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SpenderInneninfo 1/99: Ich wollte nicht kämpfen ...

"Nisam hteo/htela da ratujem...." (serbokroatisch)
"Nuk doja te luftoj" (albanisch)
"Ich wollte nicht kämpfen....."

Diese Sätze..........

....hören wir wieder und wieder. Mehr als je zuvor suchen Kosovo-Albaner und Serben die Deserteursberatung auf. Sie sind meist zwischen zwischen 20 und 30 Jahre alt und sie kommen nach Österreich, um zu leben ohne töten zu müssen - auf seiten der UCK oder der jugoslawischen Armee. Es sind nicht nur neu Angekommene, die mittwochs zur Beratung kommen. Es sind auch diejenigen, die wir schon lange Zeit betreuen und denen es gelungen ist, rechtzeitig ihre Familie aus den Kriegsgebieten zu holen. Und auch jene, denen dies nicht gelungen ist, kommen und berichten, daß wieder kein Anruf aus Jugoslawien oder Mazedonien oder Albanien gekommen ist...und ob wir nicht etwas tun können.

Was KÖNNEN wir tun ?

Wir können den Krieg nicht stoppen. Nicht diesen und auch nicht die Kriege in anderen Ländern, aus denen Flüchtlinge nach Österreich kommen.

Aber...
wir können beständig gegen die Verleugnung und Abschottung arbeiten und auf die Verantwortung Österreichs hinweisen . "Österreich wird Euch helfen" so des Kanzlers Worte zu den eingetroffenen Kosovo-Flüchtlingen. Doch Flüchtlingsaufnahme kann sich nicht auf eine Begrüßung am Rollfeld und temporäre Aufenthaltserlaubnis beschränken.

· Wir können auch keine befriedigende Lösung für das Fehlen von Unterkunfts- und Versorgungsangeboten anbieten. Was immer auch für die Aufnahme der ab jetzt ankommenden Flüchtlinge angeboten wird - es sind Tausende schon da, bei Verwandten und Freunden und für diese gibt es : nichts.

Aber ...
wir können intervenieren und fordern , die bestehenden staatlichen Ressourcen den Bedürftigen zugänglich zu machen.

· Wir können weder Aufenthaltsrecht noch Arbeitsgenehmigungen verteilen.

Aber...
wir können beraten, Menschen im Asylverfahren vertreten, zur Fremdenpolizei begleiten. 500 Beratungen waren es im letzten Jahr, 80% der Beratenen kamen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens. Doch ebenso sind es Männer und Frauen aus dem Irak, aus Äthiopien, Ruanda und der Türkei, die in Ihrer Heimat nicht mehr leben können. Die Liste der Probleme reicht von Anfragen wegen Versicherungen, Gesundheit, Wohnen bis zu Anrufen aus der Schubhaft. Ganz oben auf der Liste stehen Asylverfahren und illegaler Aufenthalt, die dank der katastrophal niedrigen Anerkennungsquote untrennbar miteinander verbunden sind.

· Wir können niemanden von den Schwierigkeiten eines Lebens in der befreien. Wir können nicht die Schlagzeilen der Kronenzeitung ändern.

Aber...
wir können Einzelfälle in die Medien bringen und anhand dieser Informationen über die Herkunftsländer sowie über den raschen Prozess der Illegalisierung in Österreich vermitteln. Wir können in der Öffentlichkeit darlegen, warum ein Mensch, dem aufgrund seiner ethnischen Abstammung das Haus angezündet wird, als Flüchtling zu betrachten ist. Und, warum ein anderer Mensch, der sich weigert, dieses Haus in Brand zu stecken und deshalb von der Armee gesucht wird, ebenfalls als Flüchtling zu betrachten ist.

· Wir sind eine kleine Beratungsstelle...

Aber mittlerweile bekannt für die intensive Arbeit mit Deserteuren und illegalisierten AsylwerberInnen.. Eine große Anerkennung ist der Preis des UNHCR (UN- Flüchtlingshilfswerk), der uns im Dezember 1998 für das Engagement für Illegalisierte verliehen wurde.

· Wir haben immer noch ein kleines Budget...

Aber...
wir können Sie/Dich wie jedes Jahr um Unterstützung bitten. Ohne Spenden könnte die Deserteurs- und Flüchtlings-beratung nicht existieren. Ohne Ihren/ Deinen Beitrag könnten wir .... nicht mehr viel !
Vielen Dank!


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