Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
 

<< voriger Artikel dieser Rubrik nächster Artikel dieser Rubrik >>

SpenderInneninfo 2/99 - Was würden Sie tun, wenn...

Wenn in Ihrem Heimatland Nationalismus und Gewalt das Weiterleben verunmöglichen - was tun Sie ?
Nehmen wir an, Sie flüchten ins Ausland.

Wenn in Ihrem Heimatland Nationalismus und Gewalt das Weiterleben verunmöglichen - was tun Sie ?

Nehmen wir an, Sie flüchten ins Ausland.
Wenn Sie dort ankommen, ohne Geld, ohne Sprache, ohne Aufenthaltsbewilligung, ein Zimmer bei entfernten Verwandten für zwei Wochen - was brauchen Sie ?

Hilfe ? Nehmen wir an, sie finden eine Beratungsstelle.

Wenn Sie BeraterIn sind in dieser Flüchtlingsberatungsstelle und ständig kommen Menschen zu Ihnen, ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse, ohne Aufenthaltsbewilligung - was tun Sie ?

Nehmen wir nun an, Sie schreiben Anträge, bringen Berufungen ein, telefonieren stundenlang wegen einem Platz im Flüchtlingsheim, wegen Geldausleihen, wegen einer Ärztin, die ohne Krankenschein behandelt. Sie machen Kaffee, holen Dolmetscher und versuchen zu beruhigen

- was brauchen Sie dazu?

Einen funktionierenden Computer, ein Telefon, gute Kontakte zu anderen Initiativen, ein Team mit viel Erfahrung und vielleicht noch Supervision. Und Zeit. Und etwas Geld für diese Zeit, in der Sie ja keiner sonstigen Arbeit nachgehen können.

Was tun Sie ?

Sie schreiben Briefe wie diesen....


Mit Ihrer Hilfe...
konnten wir heuer die Verdoppelung der Beratungskontakte - von 500 auf rund 1000 bewältigen. Es war möglich, zahlreiche Asylanerkennungen für Kosovo-AlbanerInnen zu erreichen, die Lücken der staatlichen bzw. kommunalen Betreuung aufzuzeigen und "nebenbei" eine Kampagne für die Rechte illegalisiert lebender Menschen zu initiieren, z.B. für jene, die keine Aufenthaltsbewilligung haben, obwohl ihr Herkunftsland so unsicher ist, daß sie nicht dorthin abgeschoben werden dürfen. Mit Ihrer Hilfe würden wir uns gerne auch nächstes Jahr ein Stück Unabhängigkeit sichern - denn das ist die Voraussetzung für die Verbindung von Einzelbetreuung und Politik.

Zum Jahreswechsel noch vier Zeilen Gedicht:

Wer in unserer Welt
In der alles nach Rettung schreit
Keinen einzigen Weg sieht zu retten
Der ist krank.
(Erich Fried)

In diesem und im wortwörtlichen Sinn: Ein gesundes neues Jahr !


printer friendly version printer friendly version