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5 Gründe warum es für AfrikanerInnen in Österreich besonders schwierig ist

Do the right thing - fight racism

Do the right thing - fight racism

Ich spreche hier heute als Stimme der Stimmlosen.
Rede für das Eröffnungsfest der Bock-Bier-Aktion am 13. Juni 2003 um 18:00 in Museumsquartier

Guten Abend liebe Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!

Ich spreche hier heute als Stimme der Stimmlosen.

Mein Name ist Joshua Sunday Takwa und ich lebe seit dreieinhalb Jahren in Wien.
Ich weiß, dass es viele Österreicherinnen und Österreicher gibt, die eine Wohnung suchen oder arbeitslos sind.
Aber für Afrikanerinnen und Afrikaner ist das noch anders.

Erstens:
Die Behandlung von afrikanischen AsylwerberInnen und Asylwerbern ist oft unfair, weil ihnen bei den Interviews im Bundesasylamt oft nicht geglaubt wird, was sie sagen und die Informationen nicht genau genug überprüft werden.

Ich habe das persönlich erlebt (wenn das jemand genauer wissen will, können wir nachher darüber sprechen.)

Seit Oktober 2002 sind viele aus der Bundesbetreuung hinausgeworfen worden.
Das ergibt das zweite Problem:

Zweitens:
Viele Afrikanerinnen und Afrikaner müssen sozusagen auf der Straße leben, das heißt die Leute schlafen im Sommer im Park, auf der Donauinsel, im Prater und im Winter in der Disko oder für eine Nacht bei einem Freund.

Oder, wenn man Glück hat bei der Frau Bock.

Ich habe Live- Video- Interviews gemacht, in denen mir viele erzählt haben, wie es ist, nicht zu wissen, wo man die nächste Nacht schlafen soll.

Drittens:
Ihr größter Wunsch ist, arbeiten zu dürfen, das heißt, eine Arbeitsberechtigung zu bekommen, damit sie sich selber eine Arbeit suchen können, selber eine Wohnung finden und für sich selber sorgen können.

Viertens:
Es gibt auch Afrikanerinnen und Afrikaner, die dieses Arbeitsrecht oder auch österreichische Staatsbürgerschaft haben.

Wenn sie eine Wohnung oder Arbeit suchen, haben sie oft Probleme wegen ihrer Farbe - nicht nur wegen ihrer Hautfarbe, vielleicht auch wegen ihrer Augenfarbe-

zum Beispiel: Wenn man sich für eine Arbeit vorstellt, sagt der Chef, dass der Job schon weg ist. Wenn man später wieder anruft, ist die Stelle wieder frei.

Mir ist das auch sehr oft passiert. Ich habe eine gute Ausbildung, ich bin Biochemiker von Beruf und ich habe mich in einem Spital um eine Stelle beworben. Die Ärzte wollten mich auch, aber die Personalchefin hat mich nicht haben wollen. Sie hat mir gesagt: "Wir suchen Inländer- richtige Österreicher! Egal ob Sie eine Arbeitsbewilligung oder österreichische Staatsbürgerschaft haben."

Das gleich passiert auch, wenn man eine Wohnung anschauen will.

Fünftens:
Es gibt auch Rassismus und Sexismus jeden Tag auf der Straße, in der U- Bahn, im Bus, aber auch in der Schule oder am Arbeitsplatz.

Ich will in der Arbeit nicht mehr "Banana" oder "schwarzer Nigger" oder "Bimbo" genannt werden.

Oder: Wir wollen auf der Straße einfach beieinander stehen und miteinander reden, das ist auch unsere Kultur- ohne dass uns die Polizei wegschickt.

Deswegen muß in Österreich sofort das Anti- Diskriminierungsgesetz beschlossen werden!!

Es ist aber vor allem wichtig Projekte, wie das von Frau Bock und anderen NGOs und Vereine zu unterstützen, damit wir alle die Chance bekommen, sicher und wie Menschen leben zu können- gut miteinander leben zu können!

Ich möchte zum Schluß unser CAM -Lied für Frau Bock singen:

CAM- Verein für afrikanische und österreichische Kultur- Zusammenarbeit. cam_office@yahoo.de

Wien, 13. 6. 2003

Joshua Sunday Takwa

Rede geschrieben und gehalten von Joshua Sunday Takwa
CAM- Verein für afrikanische und österreichische Kultur- Zusammenarbeit. cam_office@yahoo.de


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