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Eine Familie kämpft um ihren Verlobten, Vater und Großvater

Isaac

Isaac

Frau Andrea O. lebt seit 4 Jahren mit Herrn Isaac O. zusammen und sie wollten heiraten, doch er wurde am 7.5.2005, wenige Tage vor dem geplanten Termin in Schubhaft genommen.

Herr Isaac O. ist familär eingebunden, arbeitet seit 2 ½ Jahren als Abwäscher in einem Wiener Lokal, und unterstützt die Töchter und den Enkel seiner Verlobten. Sein Lebensmittelpunkt ist seit Jahren schon Österreich. Die ganze Familie setzt sich dafür ein, dass er hier bleiben kann: Die Töchter schrieben Briefe, die hier dokumentiert sind.

Aufgrund eines Suchtmitteldelikts wurde er 1997 (!) zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 9 Monaten verurteilt – die Strafe ist mittlerweile getilgt und er ist kein weiteres mal strafällig geworden. Aufgrund des Delikts wurde im Jahr 1997 ein Aufenthaltsverbot für 10 Jahre gegen ihn erlassen – die Aufhebung wurde bereits beantragt.

Die Fremdenbehörde sieht jedoch weiterhin die Gefahr für die Öffentliche Sicherheit und verwehrt deshalb der Familie ein gemeinsames Zusammenleben. Obwohl von ihm keinerlei Gefahr ausgeht, er mit seiner Verlobten und ihrer Familie lebt, arbeiten geht, den Führerschein gemacht hat, sind die vorgesehenen Maßnahmen derart drastisch (geplante Abschiebung von Isaac), daß fünf Menschen ein wichtiges Mitglied ihrer Familie entrissen wird.

Aus einem Schreiben der Tochter seiner Verlobten:



„Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn er fehlt uns jeden Tag, jede Stunde und mit jeder minute wird meine Angst, dass er abgeschoben wird, größer!
Allein als ich Matura hatte, konnte ich Englisch nur bestehen, weil er mit mir gelernt hat und im Gegenzug ist er dahinter deutsch zu lernen.
Es schmerzt so sehr zu sehen und mitzuerleben wie jemand der so in unsere Familie hineingewachsen ist, uns brutal von den Behörden weggenommen wird.
Das Leben meiner Schwester und meiner Mutter und meins war nie so vollkommen bis zu der Zeit wo der Isaac in unser Leben getreten ist. Zum ersten mal war Weihnachten wieder Weihnachten und eine Geborgenheit wie nie zuvor da."


Aus einem Schreiben der jüngeren Tochter, die einen kleinen Sohn hat, für den Issac wie ein Großvater gesorgt hat:

In der Zeit, in der niemand dazu bereits war, mir unter die Arme zu greifen war er da. Ich konnte ausgehen und fand in ihm einen ja ich möchte sagen Großvater, der sich meines Sohnes annahm, ihn fütterte, badete und zu Bett brachte. Isaac steckt jeden mit seinem Optimismus und seiner Lebensfreude an und zaubert ein Lächeln auf jedermanns Gesicht, auch wenn man am Tiefpunkt seiner Laune angekommen ist.
Er hat für jede Situation Verständnis und steht mir immer mit Rat und Tat zu Seite. Ich möchte ihn nicht länger missen und hoffe sehr, dass er schon sehr bald wieder hier bei uns, seiner Familie, sein wird.




"Wir alle haben ihn in unser Herz geschlossen und brauchen ihn wieder zurück, den Teil der uns im Moment am meisten fehlt. Mein Sohn und ich vermissen ihn sehr und bitten, dass sie unsere Familie wieder vervollständigen. Wir werden um Isaac kämpfen, bis wir ihn wieder zurück haben. Ich denke ich spreche für alle von uns wenn ich sage, dass keiner von uns zulassen kann, ihn zu verlieren."


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