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Geplante Abschiebung von G. : Gedanken einer Mitbewohnerin

G. zog bei uns im Rahmen eines integrativen Wohnprojektes ein, Ziel des Ganzen: miteinander leben und voneinander lernen. G. ist kein Einzelfall, aber ihn haben wir besser kennengelernt . Er ist ein Mensch, den wir schätzen und respektieren, deshalb wollen und dürfen wir es nicht zulassen, dass er abgeschoben wird.







Vor 4 Wochen wurde er bei einer Kontrolle auf der Strasse verhaftet und in Schubhaft überstellt, die Behörden waren nicht gewillt über die Gründe seiner Inhaftierung Auskunft zu geben, außer dass er ohne Aufenthaltsberechtigung sei, ob wir das nicht gewusst hätten.

Illegal oder nicht, G. ist ein Mensch der seit Jahren verzweifelt versucht hat, eine Existenz aufzubauen, er flüchtete er aus der DR Kongo, in der seit Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht, nach Europa. Als politisch Verfolgter glaubte er im scheinbar sicheren Europa Hilfe und Unterstützung zu finden - wie mensch sieht hat er sich getäuscht.

Illegalisiert sein bedeutet, keine Aussicht auf Arbeit zu haben um die tägliche Existenz bestreiten zu können, weil es verboten ist als IllegalisierteR zu arbeiten. Es bedeutet weiters gezwungen zu sein sich zu verstecken, denn auf der Strasse, in den U-bahnstationen und öffentlichen Plätzen droht ständig eine Verhaftung je nach Willkür der Sicherheitskräfte sprich Polizei. Oft wurde er schon kontrolliert, jetzt scheint es endgültig zu sein. Gestern erfuhren wir, dass er abgeschoben werden soll, in die DR Kongo, in ein Land, wo nach wie vor Menschen zu hunderten in Massakern ermordet werden, in ein Land in welchem Kinder selten das dritte Lebensjahr erreichen, weil die gesundheitliche Versorgung nicht ausreichend ist.

G. leidet seit drei Jahren an einer Lungenerkrankung, welche er bis jetzt nicht behandeln lassen konnte, da er als Illegaler ohne Arbeitserlaubnis nicht versichert war und ist, eine Abschiebung könnte für ihn den Tod bedeuten. Darauf wird aber keine Rücksicht genommen, im Gegenteil: wir erfuhren von Besuchen, dass es den Schubhaftwärtern Spaß zu machen scheint, ihm ständig vor Augen zu führen, dass er bald abgeschoben werden soll, ... „das Ticket wird schon gekauft, bald bist draußen in der Heimat...“.

G. ist kein Einzelfall, aber ihn haben wir besser kennengelernt . Er ist ein Mensch, den wir schätzen und respektieren, deshalb wollen und dürfen wir es nicht zulassen, dass er abgeschoben wird.

Wir fordern für ihn und für alle anderen eine gerechte und humane Behandlung, wir fordern die Rücknahme der Verschärfung der neuen schon beschlossenen Asylgesetzte, und fordern alle Menschen dazu auf die Initiative zu ergreifen, Zivilcourage zu zeigen und zu handeln. Wenn du siehst dass Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, dann misch dich ein und versuch das zu verhindern, oder zumindest zu erschweren.


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