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SpenderInneninfo 2002: Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung schreibt...

...schon wieder an Ihre UnterstützerInnen und sonst Berufungen oder Einsprüche, manchmal auch Stellungnahmen und einmal im Jahr Briefe ans Christkind - oder an den Weihnachtsmann und an Sie

Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung schreibt....

...schon wieder an Ihre UnterstützerInnen
Nicht, weil’s schon so lange her wäre. Sondern, weil wir mit der Tradition des Folders am Jahresende nicht brechen möchten. Auch wenn der Sommerbrief heuer erst im Oktober erfolgte. – So ist das halt mit den ehrenamtlichen Teams.

...und sonst Berufungen
Da sind wir pünktlicher. Fristversäumnisse, der Albtraum jeder Beraterin und jedes Beraters, gab es noch nie. Berufungen dafür viele - erfolgreiche und abgelehnte - in jedem Fall aber die einzige Möglichkeit, dass AsylwerberInnen eine (zweite) Chance bekommen, ihre Fluchtgründe darzulegen. Oft erst in diesem neuen Anlauf kommen Dinge zum Vorschein, die zuvor nicht erzählt wurden – aus Scham, aus dem Gedanken, dieses und jenes sei irrelevant. Oder aus Einschüchterung – sei es durch Schlepper, die das Berichten der wahren Geschichte verbieten oder durch die Interviewsituation selbst.

...oder Einsprüche
wenn wieder KlientInnen mit Strafen der Wiener Linien kommen. Hatte er oder sie schon nicht das Geld, den Fahrschein zu bezahlen, wie dann die Strafe? Wer einerseits keinen Cent Taschengeld bekommt, andererseits nicht arbeiten darf, jedoch genügend Behördenwege zu erledigen hat, der hat nicht viele Möglichkeiten.
Aus diesem Grund bekommen die TeilnehmerInnen des Deutschkurses die Fahrkarten von uns bezahlt.
Die KursleiterInnen arbeiten dafür derzeit ohne Honorar.

...manchmal auch Stellungnahmen
zu Gesetzen, die unsere KlientInnen massiv betreffen. Da waren 2002 das neue Fremdengesetz, mitsamt der Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes. AsylwerberInnen scheinen plötzlich nicht mehr in der Gruppe derjenigen auf, die unter Umständen - nämlich einer ohnehin unwahrscheinlichen guten Lage am Arbeitsmarkt - eine Arbeitsbewilligung erhalten können. Kein Wort mehr davon.
Dies ist nur eine der Verschärfungen, die in der Diskussion über das sogenannte „Integrationspaket“ unterging.

...und einmal im Jahr Briefe ans Christkind - oder an den Weihnachtsmann...
Die fielen heuer dick aus.
* 30.000 Wohnplätze und genau soviele Krankenversicherungen samt Rechtsanspruch – damit AsylwerberInnen nicht mehr auf der Strasse stehen und wir unsere KlientInnen „ganz normal“ zum Zahnarzt schicken können.
* Eine grundlegende„Verbesserung“ des Fremdengesetzes und des Ausländerbeschäftigungsgesetzes, das dem Grundsatz folgt: wer in Österreich lebt, soll auch berechtigt sein, hier zu arbeiten.
* Bessere Qualität der erstinstanzlichen Asylverfahren. Die Ermittlungen des Bundesasylamtes sind oft so dürftig, dass das Verfahren in der zweiten Instanz de facto von vorn begonnen werden muss. Dieser Zustand wird nicht nur von NGOs kritisiert, sondern vom Unabhängigen Bundesasylsenat ebenso, wie von VerwaltungsrechtsexpertInnen.

...und an Sie
liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer, mit der Bitte, uns mit Ihrer Spende zu helfen, dies alles zu erreichen. Denn ohne eigenes Zutun ist auf die himmlischen Mächte meist kein Verlass.

DANKE!!!


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