Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
 

<< voriger Artikel dieser Rubrik nächster Artikel dieser Rubrik >>

SpenderInneninfo 2005: Wir feiern trotz allem...

Asylgewährungen, Anerkennung für uns durch die Sozialmarie 2005, unser neues Projekt Tabiki, und dass wir Sand im Getriebe bleiben und Tauchen in der Wüste. Continued.

... Weihnachten...?
Ja, ja, das auch. Auch heuer wird es wieder open house für KlientInnen geben, die Lust haben, den Abend bei uns zu verbringen. Aber wir haben auch anderes zu feiern:

Asylgewährungen..
Als da wären: eine Reihe von Flüchtlingen aus Somalia, die mit unserer Begleitung Asyl bekommen haben. Somalia ist ein Land, das de facto zu existieren aufgehört hat. Es gibt keine zentrale Regierung mehr, keine Behörden, keine Gesetze, Minderheiten haben keinen Schutz vor der Gewalt der dominierenden Clans.
Es ist nicht unser Verdienst, dass die Lebens- und Fluchtgeschichten unserer Klienten und Klientinnen zur Anerkennung als Flüchtling führen. An uns ist es aber, es zu ermöglichen, dass diese Geschichte in Österreich überhaupt gehört wird. Wir kümmern uns darum, dass eine Berufung geschrieben wird. Wir achten darauf, dass die eigenen Fluchtgründe von Ehefrauen und Töchtern nicht untergehen. Und wir sind dabei, wenn vor der Berufungsinstanz der Fall ein zweites Mal verhandelt wird.

Ein Mindestmaß Fairness ..
Als da wären: Menschen, die ohne Straftat inhaftiert sind und nun zumindest gute Anwälte haben. Und jemand, der sie besuchen geht. Man muss nicht Operation Spring sehen, um zu verstehen, was Hautfarbe bedeutet.

Sand im Getriebe...
Als da wären: Häftlinge ohne Straftat – Schubhäftlinge. Schubweise eingesammelt bei Ausweiskontrollen in der U-Bahn, frühmorgens beim Kontrollbesuch, neuerdings auch anlässlich der treuherzigen Bekanntgabe baldiger Verehelichung bei der Fremdenpolizei. In vielen Fällen konnten wir die Unrechtmäßigkeit oder Unzumutbarkeit der Schubhaft nachweisen.

Ein neues Projekt...
Im Projekt TABIKI bieten die bisher einzige auf anerkannte Flüchtlinge spezialisierte Beratung zu allen Themen, die ab der Asylanerkennung anstehen: wie kann ich meine Familie aus einem Flüchtlingslager in Kenia, in Inguschetien oder gar aus dem Bürgerkrieg holen? Wie sucht man Arbeit? Wo wohne ich, wenn ich als anerkannter Flüchtling nicht mehr im Asylwerberheim wohnen kann? Die Beratung reicht von der Kalkulation des Haushaltseinkommens über die Intervention bei Botschaften bis zur Organisation vom Zuschuss für Möbel in die ersehnte, leider gänzlich kahle Gemeindewohnung.
mehr >>

Anerkennung für uns...
Im Mai wurde die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung aus 250 Einreichungen als Preisträgerin der Sozialmarie 2005 ausgewählt. Dieser Preis zeichnet innovative Sozialprojekte aus und wurde heuer erstmals vergeben. An uns. Verbunden damit war ein Preisgeld, das die Hälfte unseres Jahresbudgets ausmacht. Und aufmerksame BeobachterInnen haben festgestellt, dass wir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, im heurigen Sommer gar nicht wie angeschnorrt haben.
mehr >>

Und Tauchen in der Wüste. Continued.
Ja, das war schön mit dem Preisgeld! Mehr Beratungsstunden, zum ersten Mal sahen auch unser geplagter PC-Wart und die ÜbersetzerInnen ein Honorar. Jetzt aber brauchen wir Sie wieder – denn wir wollen nicht nur Sand im Getriebe sein, wir wollen ein neues Gesetz durchtauchen. Eines, das erneut auf Illegalisierung als Antwort auf Globalisierung setzt.


Unsere alte Rechnung gilt:
7 Euro heisst eine Beratungsstunde frei
15 Euro – dann ist die Infrastruktur dabei
60 Euro – eine Woche unser Bürgemeinschaftszimmer
100 Euro – ein fetter Hoffnungsschimmer!

....Und übrigens:

wir wünschen Ihnen schöne Feiertage. Und ein gutes neues Jahr!

DANKE!!!


printer friendly version printer friendly version