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Tod des Schubhäftlings Yankuba Ceesay - Sofortiger Stopp der Abschiebung gefordert!

Am 4. Oktober 2005 verstarb der Flüchtling Yankuba Ceesay in der Linzer Schubhaft, nun sollte sein ehemaliger Zellengenosse Henry abgeschoben werden.
Presseaussendung der Plattform für Zivilcourage OÖ ergänzt um aktuelle Informationen vom Schubhaftbesuch seiner Betreuerin der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung am 28.11.2005 und aktuelle Information vom 30.11.2005

Am 4. Oktober 2005 verstarb der Flüchtling Yankuba Ceesay in der Schubhaft, laut Staatsanwaltschaft eine Verkettung unglücklicher Zufälle.
Unglücklich verlief auch so manches seitens der Polizei rund um den Hungerstreik und den darauffolgenden Tod des 18-jährigen Flüchtlings. So verschwand der Mithäftling von Ceesay unbehelligt aus dem Spital. Ein wichtiger Zeuge war im Untergrund verschwunden. Trotz intensiver Suche der NGOs wurde der nigerianische Flüchtling nicht gefunden.

Im Nachhinein kein Wunder, wurde Herr Henry Chukwumaeich, geb.1986, von der Fremdenpolizei aufgegriffen und in Vorarlberg in Schubhaft genommen. Um die Abschiebung leichter und schneller durchführen zu können, wurde er nach Wien in die Schubhaft verlegt. Die nigerianische Botschaft wurde zwecks Ausstellung eines Heimreiszertifikates verständigt.

Der ehemalige Zellengenosse von Yankuba Ceesay erklärt, dass so manche Angaben der Behörde nicht der Wahrheit entsprechen. Die wichtigste Aussage von ihm ist, dass die Dauer des Hungerstreiks nicht 6 Tage betragen habe, sondern genau doppelt so lange, also 12 Tage. Da er diese 12 Tage mit Yankuba Ceesay gemeinsam im Hungerstreik war, kann er dies belegen. In dieser Zeit wurden sie jeden Tag von der Polizei durchsucht, obwohl sie keinen Besuch hatten. Erst am folgenden Tag nach Yakubas Tod wurde er selbst ins Krankenhaus gebracht. "Damit wären - vorausgesetzt der Richtigkeit dieser Angaben - die bisherigen Sachverhalte im wesentlichen 'auf den Kopf gestellt' und vieles wäre leichter erklärbar", so die Sprecherin der Plattform Civilcourage, Gülcan Gigl.

Circa Mitte Oktober wurde Henry, der gerade nicht in Schubhaft war, von 2 Polizisten in Wien zu den Schubhaftbedingungen in Linz befragt, nicht aber zum Tod von Yankuba Ceesay.

Henry Chukwumaeich wurde am Montag, 28.11.2005 von seiner Betreuerin der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung besucht. Es ist dies der 4.Tag seines 3.Hungerstreiks innerhalb von ca. 2 Monaten. Es geht ihm daher sehr schlecht, er erbrach gestern und heute früh Blut und möchte gerne einen externen Arzt sehen. Weiters kann er in der Nacht nicht schlafen, was angesichts seiner Situation alles andere als verwunderlich ist.

Im Auftrag der Familie des Verstorbenen wurde ein Rechtsanwalt mit der Aufklärung des Todes betraut. Henry Chukwumaeich sieht kaum noch eine Möglichkeit, seine eigene Abschiebung zu verhindern, es ist ihm aber ein sehr großes Anliegen, zumindest noch für seinen ehemaligen Zellengenossen aussagen zu können.

"Herr Cukwumaeich kann viel zur Aufklärung noch offener Fragen beitragen, vorausgesetzt es bietet sich noch die Gelegenheit ihn zu befragen", so Gigl. Aus diesem Grund richtete die Plattform für Zivilcourage am 25.11.2005 eine diesbezüglicheAnfrage an Innenministerin Prokop mit der Forderung, die Abschiebung dieses wichtigen Zeugen umgehend zu stoppen".


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