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Wann gibt es den ersten Toten?

Mit den Elektroschockpistolen Taser ist es in Österreich so wie mit den Rückenfesselungen - keiner will von der Gefährlichkeit wissen.

Nach der neuerlichen Haeufung an Todesfaellen in Kanada (siehe akin 4/08) und der Aechtung durch den UN-Ausschuss gegen Folter wird nun auch in Oesterreich die Verwendung von Elektroschockpistolen der Marke Taser diskutiert. Das "profil" brachte juengst eine Geschichte zu
diesem Thema und die Gruenen haben eine parlamentarische Anfrage gestellt.

Rund 200 Taser sind derzeit bei der Polizei im Einsatz, bislang gab es bis Ende 2007 offiziell etwa 50 Anwendungen. Der Taser wurde 2006 bei COBRA, WEGA sowie zur Bekaempfung der Strassenkriminalitaet und sogar bei Schubhaeftlingen zum Probebetrieb zugelassen. Im Strafvollzug wurde der Taser bereits 2005 eingefuehrt und ist beim Personal als Kampf- und speziell als Drohmittel schon sehr beliebt: "Die Haeftlinge wissen inzwischen Bescheid", zitiert profil Vollzugsdirektor Karl Drexler.

Von den Behoerden wird der Taser damit verteidigt, dass er effektiver sei als der Knueppel und auch weniger Verletzungen hervorrufe. Und ausserdem sei ja hierzulande noch nie etwas damit passiert. Nur: Bei gesunden Menschen passiert ja nur selten wirklich was -- aber bei Menschen mit einer Vorschaedigung des Herz-Kreislauf-Apparats werden die Dinger verdammt gefaehrlich. In einer Kampfsituation wird man den Delinquenten aber kaum fragen, ob er einen Herzfehler hat. Abgesehen davon wissen die Betroffenen das oft genug selbst nicht.

Aber bis jetzt ist ja nicht passiert. In Oesterreich. Und sollte doch mal was passieren, muss man das halt in Kauf nehmen. Schliesslich ist der Taser ja so praktisch, man braucht sich nicht anstrengen und seiner Zielperson auch nicht einmal sehr nahe kommen. Und ueberhaupt: Wenn es schon mal Tote anderswo gegeben hat, ist das Ding als Drohmittel natuerlich sehr viel effektiver.

Es ist das gleiche Prinzip wie bei der Rueckenfessel: Beamte schliessen nach wie vor tobende oder Todesaengste ausstehende Menschen die Handschellen nach hinten -- weil es praktischer ist und man die Festgenommenen besser abtransportieren kann. Hin und wieder stirbt halt einer, weil er keine Luft mehr kriegt, und das kann sich dann niemand erklaeren.

Menschenleben sind zerbrechlich. Auch die von den ganz boesen Buben.
Koennte bitte das jemand mal Polizei und Politik erklaeren?


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