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Herbergsuche in Kärnten ganz real

15 Asylwerber haben eine Erklärung über ihre Situation verfasst und sind von der Saualm gekommen, um mit dem Flüchtlingsbeauftragen des Landes darüber zu sprechen. Allerdings scheint niemand zuständig - nun sind auf Herbergsuche. Finanzielle und politische Unterstützung erwünscht.

Erklärung der 16 Asylwerber in der Pension in „Wölfnitz“/ Saualm, aber niemand ist zuständig
15 Asylwerber kamen von der Saualm mit ihrem wenigen Gepäck nach Klagenfurt und wollten dem Flüchtlingsbeauftragen des Landes, Herrn Gernot Steiner, von den Problemen in ihrem Quartier auf der Saualm berichten.
Sowohl Herr Steiner als auch der zuständige LH fanden sie nicht wert genug, mit ihnen zu reden und ihre  Anliegen anzuhören. Sie wurden und werden von den beiden Verantwortlichen sich selbst überlassen. Anstelle ihrem Auftrag nachzukommen und die Probleme zu  lösen, weilt Steiner offiziell auf Urlaub (ohne eine Vertretung organisiert zu haben) und der LH und sein BZÖ versenden weiterhin ihre Abneigung und Vorurteile schürenden stereotypen Presseaussendungen.
Wer schützt uns eigentlich  vor der Gesinnung des LH und seines Gefolges?

Notwendige Unterbringung kostet.

Leider gibt es bei Diakonie, Caritas, Jugendgästehäusern, SchülerInnenheimen, Volkshilfeheim,... aus unterschiedlichen Gründen keine Unterbringungsmöglichkeiten (keine Kapazitäten frei, geschlossen während der Feiertage, sonstige Gründe,...).
Zwei Nächte konnten die Asylwerber dennoch im Jugendgästehaus Neckheimgasse verbringen, von morgen Mittwoch bis einschließlich 29. 12. werden sie in einer Pension in  Krumpendorf übernachten können. Ohne Essen – das müssen wir auch noch organisieren - kostet das  2850 Euro. Soviel (und es wird noch mehr benötigt) haben wir nicht auf unserem Konto, deshalb haben wir auch schon mit dem Geldauftreiben begonnen. Wenn es dazu Ideen gibt, bitte mailen oder anrufen.

Fehlende gesundheitliche Versorgung
Es stellte sich eine Ärztin zur Verfügung, die alle untersuchte und bei mindestens acht, zum Teil chronische Krankheiten (Gastritis, Rheuma, Hepatitis,....) und darüber hinaus Gehendes diagnostizierte. Das bedeutet auch, dass einige von ihnen bereits krank waren, als sie auf die Saualm verbracht wurden, und dass  trotzdem keine ärztliche Versorgung gewährleistet wurde, wie sie es selbst in ihrer Erklärung feststellen. (Untenstehend die Übersetzung der Erklärung, die sie Herrn Steiner überreichen wollten und die von 16 Asylwerbern unterzeichnet wurde.)

Zur Erinnerung die Kontonummer des Aktionskomitees für mehr Menschlichkeit und Toleranz in Kärnten: BLZ 39100 Zveza Bank,  Kto 759.852

Einige in Kärtnen aktive Personen ersuchen dringenst, angesichts einer Realpolitik, die zusehends mehr Probleme schafft anstatt Lösungen herbeizuführen, die Herbergssuche nicht nur als Symbolik und Metapher in Euren Gedanken zu tragen, sondern ganz praktisch und notwendigerweise mitzuhelfen, dass wir solidarisch handelnde Menschen bleiben und werden  können, respektvoll für alle, egal wo auf diesem Globus sie das Licht der Welt erblickt haben.


Erklärung der Asylwerber der Pension Saualm

An das
Flüchtlingsreferat des Landes Kärnten
z. H. Herrn Gernot Steiner
Völkermarkter Ring 21
A-9020 Klagenfurt

 Erklärung

von allen Asylwerbern der Pension in „Wölfnitz“

 

Wir ersuchen mit großer Bitte unsere wachsenden Probleme in der Pension anzuhören.

Beim Einquartieren wurde uns versprochen: ein Arzt, ein Fitnessraum, Internetzugang, und das allerwichtigste, nämlich Arbeit.

1. Die meisten von uns haben unterschiedliche Krankheiten, aber einen Arzttermin zu bekommen, oder zu einem Arzt zu gelangen, ist ein Riesenproblem. Uns wurde gesagt „Geht zu Fuß, wir sind kein Taxiunternehmen“. Die Entfernung beträgt aber 17 km.

2. Das Internet wurde installiert, aber es funktioniert nicht.

3. Der Fitnessraum befindet sich in der Garage, ohne Heizung. Es ist dort viel zu kalt, man kann da nicht turnen.

4. Die versprochene Arbeit gibt es nicht und wird es allem Anschein nach auch nicht geben. Dadurch entsteht und wächst der psychische Druck. Wir fühlen uns wie im Gefängnis. Die erniedringenden Kontrollen durch die Security (Bewachungsorgane), die komplette Isolierung von der Gesellschaft und die fehlenden Kommunikation mit Menschen, bringt uns an die Grenze der psychischen Belastbarkeit. Deshalb schließen wir auch einen Hungerstreik aller Pensionsbewohner nicht aus.

Wir bitten, uns von hier wegzubringen, oder die genannten Probleme zumindest zu lösen.

22. Dezember 2008

 [Anm.: am handschriftlichen Original unterzeichnet von 16 Personen]


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