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Recht zu bleiben, Recht zu gehen: Soziale Kämpfe in Westafrika

Rundreise mit drei malischen AktivistInnen von Afrique-Europe-Interact: Bereits 1991 wurde in Mali der langjährige Diktator General Traoré in einem vor allem von SchülerInnen und StudentInnen initiierten Volksaufstand gestürzt...

...Seitdem sind zwar demokratische Grundrechte weitgehend garantiert, dennoch gehört das  westafrikanische Land zu einem der ärmsten bzw. am ärmsten gemachten Länder der Welt. Neben  korrupten Eliten sind vor allem die Agrarpolitik der USA und EU sowie die durch IWF, Weltbank & Co. aufgezwungenen Strukturanpassungsprogramme als Gründe zu nennen. Hinzu kommen in jüngerer Zeit der massive Ausverkauf von fruchtbarem Ackerland an global operierende Investmentfonds („Landgrabbing“) sowie die bereits heute dramatischen Auswirkungen des Klimawandels. In diesem Sinne stellt Migration für viele Menschen eine der wichtigsten Überlebensperspektiven dar – überwiegend innerhalb Westafrikas, aber auch Richtung Nordafrika oder Europa. Die EU reagiert hierauf nicht nur mit systematischer Entrechtung und massenhaften Abschiebungen. Vielmehr rücken im Zuge der Auslagerung des EU-Grenzregimes auch afrikanischen Länder wie Mali immer mehr in den Fokus europäischer Migrationspolitik.

Die ReferentInnen gehören zum afrikanischen Flügel von Afrique-Europe-Interact – einem transnationalen Netzwerk, das Anfang 2011 eine dreiwöchige Karawane „für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung“ von der malischen Hauptstadt Bamako zum 11. Weltsozialforum in Dakar/Senegal organisiert hat. Sie werden in den Veranstaltungen über soziale Kämpfe in Mali bzw. Westafrika berichten. Dabei wird es einerseits um die Situation von (selbstorganisierten) Abgeschobenen, TransitmigrantInnen und RückkehrerInnen gehen – auch vor dem Hintergrund, dass durch die Konflikte in Libyen und der Elfenbeinküste mehrere Hundertausend ArbeitsmigrantInnen ihre Existenzgrundlage verloren haben und nach Mali zurückkehren mussten. Andererseits sollen die Perspektiven transnationaler Organisierung näher beleuchtet werden, inklusive der Frage, wie der arabische Frühling seitens der sozialen Bewegungen in Mali bzw. Westafrika aufgenommen wurde.


STATIONEN WIEN:

- 23.11.2011 (Mi) 18:30, SCHIKANEDER-Kino (Margaretenstraße 24, 1040 Wien): Filmscreening der Doku der Bamako-Dakar Karawane aus dem Frühjahr 2011 '...parce que nous vivons le meme air' mit anschließendem Publikumsgespräch.

- 24.11.2011 (Do) 19:30, UNI CAMPUS, Hof 2, Hörsaal B: Vorträge und Diskussionsveranstaltung


Mit

- Rokia Diarra Karambé (Föderation der Vereine der MigrantInnen aus Mali – FAM/Fédération des Associations de Migrants de Mali)

- Alassane Dicko (Assoziation der Abgeschobenen Malis – AME/Association Malienne Expulsés) und

- Hamada Dicko (Verein zur Verteidigung der malischen Migrant*innen ADEM/L’Association pour la Défense des Emigrés Maliens)

Die zwei Events in Wien bilden den Abschluss der Rundreise durch Deutschland und Österreich mit den Aktivist*innen aus Mali:


frühere Termine:

09. November (MI): Berlin – Abend-VA im Rahmen des „globale Filmfestivals“ (Näheres: siehe unten)
10. November (DO): Magdeburg – Prozessbeobachtung beim Oury Jalloh-Prozess mit Kundgebung (Zeit: 9 Uhr)
11. November (FR): Biesenthal (Kulturbahnhof Biesenthal, Bahnhofsplatz 1, Zeit: 19:00 Uhr)
12. November (SA): Berlin/Tagesseminar (Näheres: siehe unten)
13. November (SO): Bremen (Mediencoop-Bremen/Etage 3, Schildstrasse 12-19, Zeit: 16:00 Uhr)
15. November (DI): Amsterdam (De Nieuwe Liefde, Da Costakade 102, Zeit: 19:30 Uhr)
16. November (MI): Köln (Naturfreunde-Haus Köln-Kalk, Kapellenstraße 9a, Zeit: 19:30 Uhr)
17. November (DO): Göttingen (Zeit & Ort wird noch bekannt gegeben: www.afrique-europe-interact.net)
18 bis 20. November (FR-SO): NoBorder-Konferenz in Frankfurt/Main (vgl. http://conference.w2eu.net/)
21. November (MO): Freiburg (Uni Freiburg im KG I, Hörsaal 1098, Zeit: 18.00-22.00)
22. November (DI): München (Hausprojekt Ligsalzstraße 8, Zeit: 19.30 Uhr)


Die Rundreise wird von Afrique-Europe-Interact in Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der  Heinrich-Böll-Stiftung e.V. und der Rosa-Luxemburg-Initiative organisiert. Weitere Informationen unter: www.afrique-europe-interact.net


Afrique-Europe-Interact ist ein relativ junges Netzwerk, das im Jahr 2010 gegründet wurde und sich von afrikanischer und europäischer Seite aus für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung und gegen das herrschende Grenzregime einsetzt. Im Jahr 2011 gab es bereits viele gemeinsame Aktionen - die wohl Spektakulärste war eine Bus-Karawane von Bamako nach Dakar zum Weltsozialforum an der ca. 500 Menschen teilnahmen.


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