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Wien: Anlaufstelle für undokumentiert Arbeitende eröffnet

UNDOK bietet kostenlose Beratung in mehreren Sprachen. Die am 4. Juni 2013 eröffnete Anlaufstelle ist ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz undokumentiert Arbeitender und gleichzeitig zur Verbesserung der Situation aller ArbeitnehmerInnen.

Presseaussendung vom 4. Juni 2013
Anlaufstelle für undokumentiert Arbeitende eröffnet


Wien (OTS/ÖGB) - Unter dem Motto "Arbeit ohne Papiere, aber nicht ohne Rechte!" wurde heute die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender (UNDOK) offiziell eröffnet. Ab sofort können undokumentiert Arbeitende in den Räumlichkeiten des ÖGB kostenlos und anonym unterstützende Beratung in mehreren Sprachen in Anspruch nehmen.++++

Das neue Beratungs- und Unterstützungsangebot richtet sich an Menschen ohne entsprechende Aufenthalts- und/oder Arbeitspapiere. "Die meisten wissen gar nicht, dass auch undokumentiert Arbeitenden grundlegende Rechte zustehen. Sozialversicherungsgesetze, Arbeitsrecht und Kollektivverträge gelten aber für alle ArbeitnehmerInnen", betont UNDOK-Vorständin Evelyn Probst. Jedoch sei es für die Betroffenen ohne Hilfe oft unmöglich, diese Rechte durchzusetzen. Zudem sei es hinsichtlich ihres Aufenthaltes häufig nicht ganz ohne Risiko. UNDOK bietet deshalb kostenlose Einzelfallberatung und Hilfe bei der Rechtsdurchsetzung an, will aber gleichzeitig die Selbstorganisation von undokumentiert Arbeitenden in Hinblick auf die Durchsetzung ihrer Rechte unterstützen.

UNDOK ergänzt fremdenrechtliches Know-how von NGOs durch arbeits- und sozialrechtliche Kompetenzen der ArbeitnehmerInnenvertretungen. Zoheir S., der erste von der Anlaufstelle unterstützte Kollege, betont die Wichtigkeit dieser Kooperation zwischen den Interessensvertretungen: "Mein Arbeitgeber hat mich nicht bezahlt. Passiert ist erst etwas mit Hilfe der Gewerkschaft".

Die neue UNDOK-Anlaufstelle soll aber nicht nur die Situation von undokumentiert Arbeitenden verbessern. "Die soziale und rechtliche Diskriminierung undokumentiert Arbeitender führt auch dazu, dass sozial- und arbeitsrechtliche Standards unterlaufen werden, was letztlich eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und eine Schwächung der Position aller Beschäftigten bedeutet", streicht Karin
Jovic, Mitarbeiterin der Anlaufstelle, hervor. Deshalb sei die Eröffnung der neuen UNDOK-Anlaufstelle nicht nur ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz undokumentiert Arbeitender, sondern trage gleichzeitig zur Verbesserung der Situation aller ArbeitnehmerInnen bei.

UNDOK ist eine Kooperation von Gewerkschaften (GBH, GPA-djp, PRO-GE, vida), der Arbeiterkammer Wien, der ÖH Bundesvertretung, NGOs sowie selbstorganisierten MigrantInnenorganisationen und antirassistischen AktivistInnen und wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und KonsumentInnenschutz (BMASK) sowie dem Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) gefördert.

Die UNDOK-Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender ist montags zwischen 9:00 und 12:00 und mittwochs zwischen 15:00 und 18:00 geöffnet. Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich.

Adresse:
ÖGB (Catamaran): Lift D, 1. Stock, Raum 1913
Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien
Tel.: 0043 (0)1 53444 -39040
office (at) undok.at

Weitere Links zum Text:

http://www.undok.at
Der Artikel erschien zuerst auf http://no-racism.net/article/4639/


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