{"id":1048,"date":"2021-04-01T11:56:21","date_gmt":"2021-04-01T09:56:21","guid":{"rendered":"https:\/\/deserteursberatung.at\/?p=1048"},"modified":"2021-04-01T11:56:23","modified_gmt":"2021-04-01T09:56:23","slug":"raeumung-casa-cantoniera-in-oulx-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2021\/04\/01\/raeumung-casa-cantoniera-in-oulx-italien\/","title":{"rendered":"R\u00e4umung Casa Cantoniera in Oulx, Italien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">CALL TO ACTION AND SOLIDARITY | Analyse und Reflektion R\u00e4umung Casa Cantoniera in Oulx, Italien<\/p>\n\n\n\n<p>Am Dienstag dem 23. M\u00e4rz wurde die Casa Cantoniera in Oulx ger\u00e4umt, ein wichtiger Anhaltspunkt f\u00fcr Menschen in Bewegung, verwaltet und bewohnt durch Aktivist*innen aus Italien und ganz Europa. Der folgende Text ist in Deutsch, English, Italiano, Francais und Espa\u00f1ol verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der folgende Text ist der Versuch einiger Menschen, die im besetzten Casa Cantoniera in Oulx aktiv waren, einer Analyse \u00fcber die R\u00e4umung und einer Reflektion \u00fcber die letzten Jahre unserer Pr\u00e4senz in diesem Teil der Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 23. M\u00e4rz r\u00e4umten die Bullen zusammen mit der Feuerwehr und einigen NGOs das besetzte Casa Cantoniera in Oulx, einem kleinen Ort an der italienisch-franz\u00f6sischen Grenze, an dem tausende Menschen in den letzten Jahren die Grenze \u00fcbertreten haben. Die 13 Genoss*innen, die w\u00e4hrend der R\u00e4umung anwesend waren, sind f\u00fcr die Besetzung des Hauses angeklagt. Die \u00fcber 60 Menschen in Transit wurden einem erzwungenen Coronatest unterzogen, ihre Identit\u00e4ten und Fingerabdr\u00fccke festgestellt und dann in verschiedene Strukturen transportiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Art und Weise, wie diese R\u00e4umung durchgef\u00fchrt wurde zeigt einmal mehr die Widerspr\u00fcche der europ\u00e4ischen Migrationspolitik auf. Die Repression von Bewegungsfreiheit ist nur durch die Komplizenschaft von sogenannten \u201chumanit\u00e4ren\u201d Organisationen m\u00f6glich. W\u00e4hrend die Bullen das sichtbare Gesicht von Repression sind, dienen die humanit\u00e4ren Organisationen als das \u201cfreundliche\u201d Gesicht ebendieser (und lassen sich bewusst als diese ausnutzen).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Rote Kreuz und die Organisation \u201cRainbow 4 Africa\u201d stellten die Infrastruktur f\u00fcr den Transport und die unfreiwillige Identifizierung f\u00fcr die \u00fcber 60 Menschen in Transit, die w\u00e4hrend der R\u00e4umung im Haus anwesend waren, bereit. Sie wurden in verschiedene von der Grenze entfernte Strukturen abtransportiert. Die Feuerwehr unerst\u00fctzte die Bullen dabei, die Barrikaden aufzubrechen und stellten das Equipment bereit, das den Bullen erlaubte sich \u00fcber das Dach Zugang zum Haus zu verschaffen. Ohne die Hilfe dieser Organisationen w\u00e4re die R\u00e4umung des Casa Cantoniera um einiges schwieriger und zeitintensiver (und dadurch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit sichtbarer) gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht das erste mal, dass das Rote Kreuz mit der Polizei zusammenarbeitet \u2013 sowohl in diesem Teil als auch in anderen Teilen der Grenze. Es gab zahlreiche Situationen, in denen Mitarbeiter*innen des Roten Kreuzes (vergeblich) versucht haben Menschen in Transit davon zu \u00fcberzeugen ihre Reise nicht fortzusetzen anstatt sie mit etwas sinnvollem zu unterst\u00fctzen oder sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen. Sie waren oft Komplizen in Polizeieins\u00e4tzen und halfen dabei Pushbacks durchzuf\u00fchren. In vielen F\u00e4llen nutzte das Rote Kreuz bewusst das Vertrauen von Menschen in ihre Institution aus, w\u00e4hrend sie offen mit der Polizei zusammenarbeiteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Organisation \u201cRainbow 4 Africa\u201d versucht seit langem mit autonomen Zentren zu kollaborieren und hat immer wieder versucht dem Casa Cantoniera ihre Anwesenheit aufzuzwingen. Zur gleichen Zeit unterst\u00fctzen sie das Abschiebegef\u00e4ngnis in Turin mit medizinischem Personal (in dem die physische Vernachl\u00e4ssigung von Menschen, die dort eingesperrt sind an der Tagesordnung ist) und stellten die medizinische Infrastruktur f\u00fcr die R\u00e4umung des Hauses zur Verf\u00fcgung. Als unser Protest nach der R\u00e4umung des Hauses am Schlafsaal der Salesiani (eine katholische &#8222;Hilfsorganisation&#8220;) in Oulx ankam, um unsere Solidarit\u00e4t gegen\u00fcber den Familien, die dort hingebracht wurden, auszudr\u00fccken, mussten wir feststellen, dass das Tor der Struktur abgeschlossen war, um die Menschen davon abzuhalten diese zu verlassen. Dies zeigt uns einmal mehr, dass deren Wahrnehmung der Menschen, denen sie ihre \u201cUnterst\u00fctzung\u201d zukommen lassen, nicht die von gleichwertigen Individuen, sondern die von Objekten ist, deren Bewegungen kontrolliert und beschr\u00e4nkt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit \u00fcber zwei Jahren versuchte das Casa Cantoniera einen Raum zu schaffen, in dem praktische Solidarit\u00e4t und Widerstand gegen die Grenze und die Unterdr\u00fcckung und Gewalt die mit ihr kommt, gelebt werden k\u00f6nnen. Ein Ort, der sich weigerte im \u201cManagement\u201d von Migration mitzumachen, wo diejenigen, auf deren R\u00fccken unsere Privilegien und unser Reichtum aufgebaut sind, nicht als Objekte, als gef\u00e4hrliche Kriminelle oder als infantilisierte Opfer behandelt werden, sondern als Individuen, die f\u00e4hig sind eigene Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grenze ist offensichtlich durchl\u00e4ssig f\u00fcr den Transit von Geld, Tourismus und Waren, aber nicht f\u00fcr Menschen, denen das \u201crichtige\u201d Blatt Papier fehlt. Unser Ziel war es nie einen Service bereitzustellen, sondern mit Menschen, die vom System, Kapital und Staat auf verschiedene Weisen unterdr\u00fcckt werden, einen inklusiven Kampf zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele der Menschen, die das Casa Cantoniera besucht haben, haben aktiv bei der Erledigung der t\u00e4glichen Aufgaben teilgenommen. Die Tatsache, dass dieses Haus f\u00fcr 828 Tage ohne Pause offen f\u00fcr Menschen war, war nur deshalb m\u00f6glich, weil wir unser Wissen und unsere F\u00e4higkeiten kollektiv geb\u00fcndelt haben und so das M\u00f6gliche maximieren konnten und dies immer im Bewusstsein und der Anerkennung unsere Unterschiede, M\u00f6glichkeiten und F\u00e4higkeiten. Wir haben miteinander unsere Wut und Frustration geteilt, aber auch Momente der Zuneigung und Freude miteinander gelebt. All dies half uns dabei st\u00e4rker und entschiedener zu werden in unserer Opposition gegen die gewaltvolle Realit\u00e4t dieser Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Haus haben wir miteinander Anekdoten, Tr\u00e4ume und K\u00e4mpfe geteilt und zogen daraus die Kraft, nicht allein zu sein. Manchmal waren diese Momente einfach gemeinsam einen Kaffee am Morgen zu trinken, einen Teller mit etwas lecker Frittiertem w\u00e4hrend dem Plenum herumzureichen, gemeinsam zu Popmusik von \u00fcberall auf der Welt zu tanzen w\u00e4hrend wir eine gemeinsame Mahlzeit vorbereiteten, anderen den letzten Filter, Bl\u00e4ttchen oder Tabak anzubieten, um eine dringend notwendige Zigarettenpause machen zu k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Opposition, die geschaffen wurde, dr\u00fcckt nicht nur den Widerspruch gegen die Unterdr\u00fcckung der Grenze aus \u2013 parallel dazu versucht sie eine alternative Realit\u00e4t zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus war ein Ort, in dem verschiedene Formen der Unterdr\u00fcckung bek\u00e4mpft wurden:<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab einen selbstorganiserten Garten, denn um Kosumdenken zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen wir unser Verh\u00e4ltnis zur Natur und Nahrung \u00fcberdenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab einen Raum, der f\u00fcr Frauen* und nicht bin\u00e4re\/genderkonforme Individuen reserviert war, denn die Aufl\u00f6sung des Patriarchat ben\u00f6tigt Anerkennung und Raum f\u00fcr verschiedene Identit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab eine Bibliothek mit B\u00fcchern und selbst-ver\u00f6ffentlichten Texten in verschiedenen Sprachen, die von Comics und Romanen bis hin zu Texten \u00fcber Selbstf\u00fcrsorge und DIY reichten, denn das Ziel einer radikalen\u00b9 Alternative erfordert konstantes Reflektieren, Selbstkritik und die Erweiterung von Wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl wir in einigen F\u00e4llen materielle Unterst\u00fctzung von Institutionen und NGOs angenommen haben, haben wir uns nie deren Paradigmen untergeordnet und haben immer versucht, das Haus unabh\u00e4ngig mit der finanziellen und materiellen Unterst\u00fctzung von Menschen, die unsere Ideen teilen und unterst\u00fctzen, versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Offensichtlich ist es in einer Welt in der jede*r von uns Dynamiken von Unterdr\u00fcckung und Vorurteile verinnerlicht hat, unm\u00f6glich nicht auch Fehler zu machen. Viele Menschen, die durch dieses Haus gereist sind, haben schwere Traumata und Verluste erleben m\u00fcssen. Wir wollen nicht verneinen, dass es im Haus Episoden von Gewalt gab und dass wir in verschiedenen Situationen falsch gehandelt haben. Um jedoch etwas au\u00dferhalb der Logik von Profit und Herrschaft zu erschaffen, m\u00fcssen wir \u00fcben und von den Fehlern, die wir in der Vergangenheit begangen haben lernen, selbst, wenn uns dies nicht immer gelingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind angewidert von der Art und Weise, wie diese Vorf\u00e4lle genutzt wurden und werden um die Idee einer m\u00f6glichen Alternative zu entkernen, als Beweis daf\u00fcr missbraucht werden, dass eine andere Welt nicht m\u00f6glich sei; ironischerweise sind diese Vorf\u00e4lle von Gewalt oft eine direkte Folge des unterdr\u00fcckerischen Systems, dass die Nationalstaaten so eifrig aufrechterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Beginn des Projekts wurden viele Spekulationen und Falschinformationen \u00fcber dieses Haus verbreitet. Direkt nachdem die R\u00e4umung durchgef\u00fchrt war, wurden Fotos vom Inneren des Hauses geteilt (welches sich offensichtlich nach der R\u00e4umung in einem f\u00fcrchterlichen Zustand befand) mit dem Ziel diese dann zu instrumentalisieren und die Narrative der \u201edreckigen Hausbesetzer\u201c zu best\u00e4tigen. Wir weigern uns und haben uns in der Vergangenheit geweigert mit Journalist*innen zu sprechen, weil wir nicht entsprechend des g\u00e4ngigen Klischees der \u201eAnarchist*innen und Taugenichtse\u201c dargestellt werden wollen, das dann wiederum genutzt wird um Profit aus dieser Form des Spektationalismus zu schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun ist dieser winzige Ort der Selbstbestimmung nicht mehr, dieser Ort, der uns f\u00fcr einen kurzen Moment erlaubte aufzuatmen, nun aufgel\u00f6st in eine Welt der barschen Politik und rassistischen Gesetze.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4umung des Casa Cantoniera ist nur ein Teil der globalen Repression gegen Bewegungsfreiheit, Solidarit\u00e4tsstrukturen und (besetzte) Freir\u00e4ume im Allgemeinen. \u00dcberall in Europa wurden in den letzten Jahren selbstbestimmte, besetzte Projekte ger\u00e4umt, w\u00e4hrend gleichzeitig jeder Versuch neue Orte und K\u00e4mpfe zu organisieren, sofort mit der vollen Kraft der repressiven Staatsorgane niedergeschlagen wird. Die Militarisierung von Grenzen und die Normalisierung von Pushbacks an den internen und externen Grenzen Europas befeuern nur wachsende rassistischer Sentiments und die Faschisierung der Gesellschaft. Gleichzeitig werden diejenigen bek\u00e4mpft, die sich weigern dieser Logik zu folgen und sich nicht davon abhalten lassen wollen, Menschen auf der Flucht zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Calais wurde Essenverteilung illegalisiert, an vielen anderen Orten werden Menschen davon abgehalten ihre Solidarit\u00e4t als unabh\u00e4ngig und als Individuen auszudr\u00fccken und gezwungen sich mit offiziellen Organisationen zu registrieren, in Ungarn ist jede Form von Unterst\u00fctzung f\u00fcr Menschen auf der Flucht seit Jahren illegal. Ziel ist es auf der einen Seite Umst\u00e4nde zu schaffen, die die Flucht immer schwieriger machen und gleichzeitig eine Politik zu verfolgen, die andere davon abschrecken soll, die Reise nach Europa zu wagen. Auf der anderen Seite soll uns weisgemacht werden, dass Humanit\u00e4t und Unterst\u00fctzung nur dann m\u00f6glich sind, wenn sie in staatlich anerkannte Methoden und Kontexte gezw\u00e4ngt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Repression von Solidarit\u00e4tsstrukturen und die Abschottung Europas werden jedoch nicht dazu f\u00fchren, dass Menschen aufh\u00f6ren werden ihrem Willen und Bed\u00fcrfnis nach Migration nachzugehen. Migration ist so alt wie die Menschheit und so lange diese Welt eingeteilt ist in diejenigen, die ausgebeutet werden und diejenigen, die von dieser Ausbeutung profitieren; so lange Kriege und Konflikte befeuert werden von der Notwendigkeit des Kapitalismus Mehrwert zu erzeugen und der Notwendigkeit von Nationalstaaten ihre Macht und ihr Einflussgebiet auszubreiten, werden Menschen sich gezwungen sehen sich von einen an einen anderen Ort zu bewegen. Und solange diese Ungleichheit zwischen dem \u201eglobalen S\u00fcden\u201c und dem \u201eglobalen Norden\u201c besteht, werden Menschen versuchen nach Europa zu kommen. Und so lange der Reichtum und die Vormacht von Europa auf dieser Ungleichheit aufgebaut ist, haben dessen Nationalstaaten und Institutionen keine andere M\u00f6glichkeit zu reagieren als durch die Mittel der Militarisierung und Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4umung von und Repression gegen das Casa Cantoniera wird Menschen nicht davon abhalten diesen Teil der Grenze zu \u00fcberqueren. Es wird lediglich dazu f\u00fchren, dass sie sich gezwungen sehen mehr Risiken in Kauf zu nehmen, dass Menschen noch verzweifelter werden und dazu, dass Schmuggler die Route \u00fcbernehmen, um Geld aus dem Leid anderer Menschen zu schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie k\u00f6nnen uns die H\u00e4user nehmen, sie k\u00f6nnen uns einsperren, aber sie werden niemals unsere Ideen begraben und sie k\u00f6nnen die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen, und diese Wahrheit lautet:<\/p>\n\n\n\n<p>Solange die Welt entsprechend der Prinzipien von Herrschaft organisiert ist \u2013 die Herrschaft von Mensch \u00fcber Natur, die Herrschaft von Mensch \u00fcber Mensch und von einem \u00f6konomischen System bestimmt wird, dass auf der Ausbeutung von Ressourcen und Menschen basiert, k\u00f6nnen wir nicht frei sein. Wir m\u00fcssen und wir werden andere Wege finden unseren Widerstand auszudr\u00fccken, andere Wege um R\u00e4ume zu schaffen und f\u00fcr R\u00e4ume zu k\u00e4mpfen, in denen wir in Freiheit lernen, schaffen und leben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b9 Wir benutzen das Wort \u201eradikal\u201c in seinem urspr\u00fcnglichen Sinne und meinen damit, dass wir das Problem an der \u201eWurzel\u201c angreifen wollen statt einfach zu reformieren, was wir f\u00fcr fundamental dysfunktional halten.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n\n\n\n<p>ENGLISH:<\/p>\n\n\n\n<p>The following text is an attempt by some of the people that were involved in the occupied Casa Cantoniera to analyse the eviction of our space and reflect on the past years of our presence in this part of the border.<\/p>\n\n\n\n<p>In the early morning of March 23rd, the cops along with firefighters and certain NGOs evicted the occupied Casa Cantoniera in Oulx, a small village at the italian-french border where thousands of people have transitted in recent years. The 13 comrades that were present in the house during the eviction have been accused of occupation, while over 60 people in passage have been forcibly tested for coronavirus, identified, fingerprinted, and then transported to different structures.<\/p>\n\n\n\n<p>The way this eviction has been executed demonstrates once again all the contradictions of the european* migration policy. The repression of free movement is only possible with the complicity of so called \u00abhumanitarian\u00bb institutions. While the cops are the visible face of state repression, humanitarian organizations are used (and complacently so) as the friendly face of this repression.<\/p>\n\n\n\n<p>The Red Cross and the association \u00abRainbow 4 Africa\u00bb have provided the infrastructure of transport and processing for the over 60 people in passage without consent that were present in the house during the eviction, shipping them off in different directions while backtracking them away from the border. The firefighters assisted the cops with breaking the barricades of the house and enabled them to sneak into the house from the roof windows using their equipment. Without the help of these institutions, the eviction of the Casa Cantoniera would have been much more difficult and time consuming (and, thus, visibile to the public.)<\/p>\n\n\n\n<p>It is not the first time that the Red Cross has collaborated with the police &#8211; at this border or in other places. There have been various occasions in which its members were repeatedly present on the border, trying (in vain) to persuade people in passage not to cross instead of providing something useful or allowing them to decide for themselves. They often were accomplices to police intervention, aiding them to carry out pushbacks. On several occasions the Red Cross has consciously exploited people&#8217;s trust in their institution while openly collaborating with the police.<\/p>\n\n\n\n<p>The association Rainbow 4 Africa has a long history of trying to collaborate with social centres and have repeatedly tried to force their presence on the Casa Cantoniera, while at the same time supporting the CPR of Torino with medical staff (in which the neglect of the physical well-being of people imprisoned is daily routine) and providing medical infrastructure for the eviction of the house. When the protest on eviction day arrived at the dormitory of the Salesiani in order to bring solidarity to the families that were brought there, we realized that the main gate of the structure has been locked since their arrival, preventing them from exiting. This shows once again that their perception of the people they are directing their \u201cservices\u201d to is not one of equal free individuals but of manageable and confinable objects.<\/p>\n\n\n\n<p>For over two years the Casa Cantoniera has attempted to create a space of practical solidarity and resistance against the border and the oppression and violence that comes with it. A space that refused to participate in the \u00abmanagement\u00bb of migration, where those on whose backs our privileges and wealth are built are not treated as objects, as dangerous delinquents nor infantilized victims, but as individual subjects that are able to make their own decisions.<\/p>\n\n\n\n<p>The border is evidently permeable to the continuous passage of money, tourism and commerce, but not to people lacking the \u201cadequate\u201d piece of paper. Our aim was never to provide a service to people but to build an inclusive struggle with people that are oppressed by the system of capitalism and state in different ways.<\/p>\n\n\n\n<p>A lot of people who passed by the Casa Cantoniera participated actively in the management of daily tasks. The fact that this house has been open to people without pause for 828 days was only possible because we collectively compiled our knowledge and skills, maximizing possibilities by adapting and appreciating the differences in our capabilities. Sharing through our anger and frustration in common but also passing moments of affection and joy helped us to get stronger and more determined in our opposition against the violent reality of this world.<\/p>\n\n\n\n<p>In the occupied house people have shared their stories, dreams and struggles among each other, finding strength in not being alone. Sometimes these moments consisted of simply sharing a coffee in the morning, passing a platter of something delicious and fried to share during discussions, dancing to pop music from all over the world while preparing a collective meal, four different people offering their last respective filter, paper, tobacco, or lighter for a much needed cigarette&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>This opposition that is created, is not merely in contrast to the systemic oppression of the border &#8211; parallel to it, it seeks to build an alternative reality.<\/p>\n\n\n\n<p>That house has been a place where we confronted many forms of oppression:<\/p>\n\n\n\n<p>There was a self-organized garden,to rethink our way of relating to food and nature with regards to consumerism.<\/p>\n\n\n\n<p>There was a space reserved for women and non-binary\/gender nonconforming individuals, because the system of patriarchy is dismantled in part by validating and giving space.<\/p>\n\n\n\n<p>There was a library with books and self-published texts in various languages, from comic books and novels to self care and DIY, aiming for a radical** alternative which demands constant reflection, self-criticism and expansion of knowledge.<\/p>\n\n\n\n<p>While we have on some occasions accepted material support from institutions and NGOs, we have never subjected ourselves to conform to their paradigms and we have always tried to self-sustain the house with the financial and material support of people that share or support our ideas.<\/p>\n\n\n\n<p>Obviously, in a world that is based on violence and in which all of us have internalized dynamics of oppression and certain stereotypes, it is impossible to not make mistakes. Many people that have passed the house have survived trauma and loss. We don\u2019t want to deny that the house has seen episodes of violence and that we have made mistakes in certain situations, but in order to create something outside of the logic of profit and domination, we have to practice and learn from the mistakes that have been done in the past, although we have not always succeeded in doing so.<\/p>\n\n\n\n<p>We are disgusted by the way these episodes have been used as a way to gut an alternative approach, as if to prove that another world is not possible; in fact it is brutally ironic that these episodes of violence are a direct result of the oppressive systems that the nation states are so keenly upholding.<\/p>\n\n\n\n<p>From the beginning of the project, lots of speculation and misinformation has been spread about this house. Right after the eviction had been carried out, photos of inside the house (which obviously was in a terrible state post bombardment) had been shared, instrumentalizing it in order to confirm their narrative of the \u00ab dirty squatters and wrong doers \u00bb. We refuse to speak with journalists, because we don\u2019t want to be portrayed according to the stereotyped idea of the \u00ab anarchist \u00bb, instrumentalized for making profit out of spectationalism.<\/p>\n\n\n\n<p>So now this tiny space of autodetermination which gave us the possibility to breathe for a moment submerged in a world of harsh policies and racialized laws, is gone\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>The eviction of the Casa Cantoniera is just a part of global repression against freedom of movement, solidarity structures and occupied free spaces in general. All over europe* long existing occupied spaces have been evicted in the last years, while attempts of creating new spaces and struggles are instantly met with the full force of repressive state organs. The militarization of borders and the normalization of push backs at internal and external european* borders only feeds ever growing racist sentiments and the fascization of society. At the same time those who refuse to buy into this logic and continue to support people on the move are continuously being attacked.<\/p>\n\n\n\n<p>In Calais food distribution has been illegalized, in other places people are prevented from practicing their solidarity individually and are being forced to register with an NGO, in hungary* all forms of support for people on the move have been illegalized since years. The aim is on the one hand to create conditions that will make migration as difficult as possible, and act as a deterrent to prevent others from trying to make the journey. On the other hand, it is sending the message that humanity and support is only possible when herded into a state-approved method and context.<\/p>\n\n\n\n<p>However, the repression of solidarity structures and the fortification of borders will not prevent people from exercising their will and need to migrate. Migration is as old as humanity and as long as this world is divided into parts of those that are exploited and those that are profiting from this exploitation- as long as wars and conflicts are fuelled by the need of capitalism to produce profit and the need of nation states to expand their power and influence- people will continue to migrate from one place to another. And as long as this inequality exists between the &#8218;global south and the global north&#8216; of the world, people will continue to try to come to europe*. And as long as europe\u2019s* wealth is built on this inequality, its nation states and institutions can\u2019t give another answer to migration than militarization and violence.<\/p>\n\n\n\n<p>The eviction and repression of the Casa Cantoniera will not stop people to pass this part of the border. It will only lead to them being forced to use ever more dangerous routes, to more people desperate, and to the arrival of smugglers that make profit off the misery of other people.<\/p>\n\n\n\n<p>They can take our spaces, they can criminalize and imprison us, but they cannot bury our ideas and they cannot silence the truth, and that truth is this:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>As long as the world is organized according to the principle of domination -of nature by humans, or of one kind of human over the other, or of an economic system based on the exploitation of resources and human lives- we cannot be free. We need and we will find other ways of expressing our opposition, of building and fighting for spaces where we can learn, create, live in freedom.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>*names of states are left without capital letter on purpose<\/p>\n\n\n\n<p>** we use the word radical in its original sense, meaning that we want to get to the \u201croot\u201d of the problem instead of just reforming what we believe to be fundamentally dysfunctional.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>ITALIANO<\/p>\n\n\n\n<p>Il testo seguente rappresenta un tentativo, da parte di alcune persone che erano coinvolte nella Casa Cantoniera Occupata, di analizzare lo sgombero del nostro spazio e di riflettere sugli ultimi anni della nostra presenza da questo lato del confine.<\/p>\n\n\n\n<p>La mattina presto del 23 marzo, la polizia, insieme a vigili del fuoco e ad alcune ONG, hanno sgomberato la Casa Cantoniera occupata a Oulx. I 13 compagni che erano presenti nella casa durante lo sgombero sono stati accusati di occupazione, mentre oltre 60 persone di passaggio sono state sottoposte a test forzati per il coronavirus, identificate, prese le impronte digitali, e poi trasportate in diverse strutture.<\/p>\n\n\n\n<p>Il modo in cui questo sgombero \u00e8 stato eseguito dimostra ancora una volta tutte le contraddizioni della politica migratoria europea. La repressione della libera circolazione \u00e8 possibile solo con la complicit\u00e0 delle istituzioni cosiddette &#8222;umanitarie&#8220;. Mentre i poliziotti sono il volto visibile della repressione statale, le organizzazioni umanitarie sono usate (e con compiacenza) come il volto amico di questa repressione.<\/p>\n\n\n\n<p>La Croce Rossa e l&#8217;associazione &#8222;Rainbow 4 Africa&#8220; hanno fornito l&#8217;infrastruttura di trasporto e stivamento per le oltre 60 persone di passaggio che erano presenti nella casa durante lo sgombero, spedendole in diverse direzioni e facendole retrocedere dal confine. I vigili del fuoco hanno aiutato i poliziotti a sfondare le barricate della casa e hanno permesso loro di intrufolarsi nella casa dalle finestre del tetto usando le loro attrezzature. Senza l&#8217;aiuto di queste istituzioni, lo sgombero della Casa Cantoniera sarebbe stato molto pi\u00f9 difficile e lungo (e, quindi, visibile al pubblico).<\/p>\n\n\n\n<p>Non \u00e8 la prima volta che la Croce Rossa collabora con la polizia &#8211; in questa frontiera o in altri luoghi. Ci sono state varie occasioni in cui i suoi membri sono stati ripetutamente presenti sul confine, cercando (invano) di convincere le persone di passaggio a non attraversare invece di fornire qualcosa di utile o permettere loro di decidere da soli. Spesso sono stati complici dell&#8217;intervento della polizia, aiutandola a realizzare i respingimenti. In diverse occasioni la Croce Rossa ha consapevolmente sfruttato la fiducia della gente nella sua istituzione mentre collaborava apertamente con la polizia.<\/p>\n\n\n\n<p>L&#8217;associazione Rainbow 4 Africa ha una lunga storia di tentativi di collaborazione con i centri sociali e hanno pi\u00f9 volte cercato di forzare la loro presenza sulla Casa Cantoniera. Allo stesso tempo sostengono il CPR di Torino con personale medico e hanno fornito infrastrutture mediche per lo sgombero della casa. Quando la protesta il giorno dello sfratto \u00e8 arrivata al dormitorio dei Salesiani per portare solidariet\u00e0 alle famiglie che vi erano state portate, ci siamo accorti che il cancello principale della struttura \u00e8 stato chiuso a chiave fin dal loro arrivo, impedendo loro di uscire. Questo dimostra ancora una volta che la loro percezione delle persone a cui rivolgono i loro &#8222;servizi&#8220; non \u00e8 quella di individui liberi e uguali, ma di oggetti gestibili e confinabili.<\/p>\n\n\n\n<p>Per pi\u00f9 di due anni la Casa Cantoniera ha cercato di creare uno spazio di solidariet\u00e0 concreta e di resistenza contro la frontiera, l&#8217;oppressione e la violenza che ne derivano. Uno spazio che rifiutava di partecipare alla &#8222;gestione&#8220; della migrazione, dove coloro sulle cui spalle si costruiscono i nostri privilegi e le nostre ricchezze non venivano trattati come oggetti, come pericolosi delinquenti o vittime infantilizzate, ma come soggetti individuali in grado di prendere le proprie decisioni. La frontiera \u00e8 evidentemente permeabile al continuo passaggio di denaro, turismo e commercio, ma non alle persone prive del pezzo di carta &#8222;corretto&#8220;. Il nostro obiettivo non \u00e8 mai stato quello di fornire un servizio alla gente, ma di costruire una lotta inclusiva con persone che sono oppresse dal sistema capitalista e dello stato, in diversi modi.<\/p>\n\n\n\n<p>Molte persone che sono passate per la Casa Cantoniera hanno partecipato attivamente alla gestione dei compiti quotidiani. Il fatto che questa casa sia stata aperta alla gente senza pause per 828 giorni \u00e8 stato possibile solo perch\u00e9 abbiamo raccolto collettivamente le nostre conoscenze e competenze, massimizzando le nostre possibilit\u00e0, adattandoci e valorizzando le differenze nelle nostre capacit\u00e0. Condividendo la rabbia e la frustrazione in comune, ma anche passare momenti di affetto e di gioia, ci ha aiutato a diventare pi\u00f9 forti e determinati nella nostra opposizione alla realt\u00e0 violenta di questo mondo.<\/p>\n\n\n\n<p>Nella casa occupata le persone hanno condiviso le loro storie, i loro sogni e le loro lotte tra di loro, trovando forza nel non essere soli. A volte questi momenti consistevano semplicemente nel condividere un caff\u00e8 al mattino, nel passarsi un piatto di qualcosa di delizioso e fritto da condividere durante le discussioni, nel ballare musica pop da tutto il mondo mentre si preparava un pasto collettivo, o il collettivizzare con quattro persone diverse l&#8217;ultima cartina, filtro, ciuffo di tabacco o accendino per una sigaretta tanto necessaria&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Questa opposizione che si crea, non \u00e8 semplicemente in contrasto con l&#8217;oppressione sistemica della frontiera &#8211; parallelamente ad essa, cerca di costruire una realt\u00e0 alternativa. Questa casa \u00e8 stata un luogo dove ci siamo confrontati molte forme di oppressione:<\/p>\n\n\n\n<p>C&#8217;era un orto auto-organizzato, per ripensare il nostro modo di rapportarci al cibo e alla natura rispetto al consumismo.<\/p>\n\n\n\n<p>C&#8217;era uno spazio riservato alle donne e agli individui non-binari\/non conformi al genere, perch\u00e9 il sistema del patriarcato si smantella in parte, valorizzando e dando spazio.<\/p>\n\n\n\n<p>C&#8217;era una biblioteca con libri e testi auto-pubblicati in varie lingue, dai fumetti e romanzi alla auto-cura e al DIY, puntando su un&#8217;alternativa radicale* che richiede una costante riflessione, autocritica ed espansione della conoscenza.<\/p>\n\n\n\n<p>Pur avendo, in alcune occasioni, abbiamo accettato l&#8217;appoggio materiale di istituzioni e ONG, non ci siamo mai sottomessi per conformarci ai loro paradigmi e abbiamo sempre cercato di auto-sostenere la casa con l&#8217;appoggio finanziario e materiale di persone che condividono o sostengono le nostre idee.<\/p>\n\n\n\n<p>Ovviamente, in un mondo che si basa sulla violenza e in cui tutti noi abbiamo interiorizzato dinamiche di oppressione e certi stereotipi, \u00e8 impossibile non commettere certi errori. Molte persone che sono passate per la casa sono sopravvissute a traumi e perdite, alcune delle quali non hanno mai avuto il privilegio di vivere senza paura e oppressione.<\/p>\n\n\n\n<p>Non vogliamo negare che la casa ha visto episodi di violenza e che abbiamo commesso errori in certe situazioni, ma per creare qualcosa al di fuori della logica del profitto e del dominio, dobbiamo mettere in pratica ed imparare dagli errori che sono stati fatti in passato, anche se non sempre ci riusciamo. Siamo disgustati dal modo in cui questi episodi sono stati strumentalizzati per sventrare un approccio alternativo, usati per dimostrare che effettivamente un altro mondo non \u00e8 possibile; in realt\u00e0 \u00e8 brutalmente ironico che questi episodi di violenza siano un risultato diretto dei sistemi oppressivi che gli stati nazionali sostengono con tanta vemenza.<\/p>\n\n\n\n<p>Dall&#8217;inizio del progetto, molte speculazioni e disinformazioni sono state diffuse su questa casa. Subito dopo l&#8217;esecuzione dello sgombero, erano state condivise foto dell&#8217;interno della casa (che era in uno stato terribile, come logicamente sono tutte le case dopo gli sgomberi), strumentalizzandole per confermare la loro narrazione degli &#8222;sporchi abusivi e malfattori&#8220;. Ci rifiutiamo di parlare con i giornalisti, perch\u00e9 non vogliamo essere ritratti secondo l&#8217;immagine stereotipata &#8222;dell&#8217;anarchico&#8220; e strumentalizzati per alimentare lo spettacolo.<\/p>\n\n\n\n<p>Cos\u00ec ora questo piccolo spazio di autodeterminazione che ci aveva dato la possibilit\u00e0 di respirare per un momento, pur sempre sommersi da un mondo di politiche dure e leggi razziali, \u00e8 scomparso.<\/p>\n\n\n\n<p>Lo sfratto della Casa Cantoniera \u00e8 solo una parte della repressione globale contro la libert\u00e0 di movimento, le strutture di solidariet\u00e0 e gli spazi liberati ed occupati in generale. In tutta Europa negli ultimi anni, spazi occupati da tempo sono stati sfrattati, mentre i tentativi di creare nuovi spazi e nuove lotte vengono immediatamente accolti con tutta la forza degli organi statali repressivi. La militarizzazione delle frontiere e la normalizzazione dei respingimenti alle frontiere interne ed esterne dell&#8217;Europa, non fa che alimentare sentimenti razzisti sempre maggiori e la fascistizzazione della societ\u00e0. Allo stesso tempo, coloro che si rifiutano di credere in questa logica e continuano a sostenere le persone in movimento sono continuamente colpiti.<\/p>\n\n\n\n<p>A Calais la distribuzione di cibo \u00e8 stata illegalizzata, in altri luoghi, alle persone viene impedito di praticare la loro solidariet\u00e0 individualmente e sono costrette a registrarsi presso una ONG. In Ungheria tutte le forme di sostegno alle persone in movimento sono state illegalizzate da anni.<\/p>\n\n\n\n<p>L&#8217;obiettivo \u00e8 da un lato quello di creare le condizioni che rendano la migrazione il pi\u00f9 difficile possibile, e che agiscano da deterrente per impedire ad altri di tentare il viaggio. Dall&#8217;altro lato, si sta mandando il messaggio che l&#8217;umanit\u00e0 e il sostegno sono possibili solo quando sono raccolti in un contesto e una metodologia approvata dallo stato.<\/p>\n\n\n\n<p>Tuttavia, la repressione delle strutture di solidariet\u00e0 e la fortificazione delle frontiere non impediranno alle persone di esercitare la loro volont\u00e0 e necessit\u00e0 di migrare. La migrazione \u00e8 ovecchia come l&#8217;umanit\u00e0, e finch\u00e9 questo mondo sar\u00e0 parcellizzato in spazi di coloro che sono sfruttati e coloro che traggono profitto da questo sfruttamento &#8211; finch\u00e9 le guerre e i conflitti saranno alimentati dal bisogno del capitalismo di produrre profitto e dal bisogno degli stati nazionali di espandere il loro potere e la loro influenza &#8211; le persone continueranno a migrare da un luogo all&#8217;altro. E finch\u00e9 esister\u00e0 questa disuguaglianza tra il &#8222;sud globale e il nord globale&#8220; del mondo, la gente continuer\u00e0 a cercare di venire in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Lo sgombero e la repressione della Casa Cantoniera non impediranno alle persone di passare questa parte della frontiera. Li porter\u00e0 solo ad essere costretti ad usare percorsi sempre pi\u00f9 pericolosi, e per le persone pi\u00f9 disperate, e all&#8217;utilizzo di passatori che traggono profitto dalla miseria delle persone.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Possono prendere i nostri spazi, possono criminalizzarci e imprigionarci, ma non possono seppellire le nostre idee e non possono mettere a tacere la verit\u00e0, e questa verit\u00e0 \u00e8 questa:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finch\u00e9 il mondo sar\u00e0 organizzato secondo il principio della dominazione &#8211; della natura da parte dell&#8217;uomo, o di un tipo di uomo sull&#8217;altro, o di un sistema economico basato sullo sfruttamento delle risorse e delle vite umane &#8211; non potremo essere liberi. Abbiamo bisogno e troveremo, altri modi di esprimere la nostra opposizione, di costruire e lottare per spazi dove possiamo imparare, creare, vivere in libert\u00e0.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>* usiamo la parola radicale nel suo senso originale, nel senso che vogliamo arrivare alla &#8222;radice&#8220; del problema invece di limitarci a riformare ci\u00f2 che crediamo essere fondamentalmente disfunzionale<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p>FRANCAIS<\/p>\n\n\n\n<p>Le texte qui suit est une tentative, par quelques personnes impliqu\u00e9es dans l&#8217;occupation de la Casa Cantoniera, d&#8217;analyser l&#8217;expulsion de notre espace, et de poser une r\u00e9flexion sur notre pr\u00e9sence \u00e0 cet endroit de la fronti\u00e8re.<\/p>\n\n\n\n<p>Le 23 Mars \u00e0 l\u2019aube, la police, accompagn\u00e9e par des associations et les pompiers a expulse la Casa Cantoniera \u00e0 Oulx, un petit village \u00e0 la fronti\u00e8re franco-italienne o\u00f9 des milliers de personnes ont transit\u00e9 les derni\u00e8res ann\u00e9es.. Les 13 camarades present.esdans la maison pendant l\u2019expulsion ont \u00e9t\u00e9 accus\u00e9.esd\u2019occupation ill\u00e9gale, pendant que les plus de 60 personnes de passage ont \u00e9t\u00e9 t\u00e9st\u00e9.es de force au coronavirus, identifi\u00e9.eset transport\u00e9.esdans diff\u00e9rentes structures.<\/p>\n\n\n\n<p>La fa\u00e7on dont l\u2019expulsion s\u2019est pass\u00e9e nous d\u00e9montre, encore une fois, toutes les contradictions de la politique migratoire europ\u00e9enne. La r\u00e9pression d\u2019un mouvement libre n\u2019est possible que gr\u00e2ce \u00e0 la complicit\u00e9 d\u2019institutions dites \u00ab humanitaires \u00bb. Bien que la police soit la face visible de la r\u00e9pression, les organisations humanitaires sont partie prenante (et s\u2019en complaisent) de la face acceptable de la dite r\u00e9pression.<\/p>\n\n\n\n<p>La Croix Rouge ou l\u2019association \u00ab Rainbow 4 Africa \u00bb ont fourni , et impos\u00e9, des infrastructures de transport et d\u2019 \u00ab assistance \u00bb m\u00e9dicale pour les plus de 60 personnes pr\u00e9sentes lors de l\u2019expulsion, les exp\u00e9diant dans diff\u00e9rentes directions, les ramenant loin de la fronti\u00e8re. Les pompiers ont assist\u00e9 la police dans la destruction des barricades, et facilit\u00e9 leur acc\u00e8s au toit gr\u00e2ce \u00e0 leurs \u00e9quipements. Sans l\u2019aide de ces institutions, l\u2019expulsion de la Casa Cantoniera aurait \u00e9t\u00e9 quasiment impossible, ou du moins bien plus compliqu\u00e9e.<\/p>\n\n\n\n<p>Ce n\u2019est pas la premi\u00e8re fois que la Croix Rouge collabore avec la police \u00e0 cet endroit de passage ou ailleurs. Il y a eu de nombreuses situations ou ses membres \u00e9taient constamment pr\u00e9sent.es \u00e0 la fronti\u00e8re, essayant, (en vain) de persuader des gens de ne pas la passer sans se soucier de leur libre arbitre, se faisant complices des interventions polici\u00e8res, s\u2019y substituant pour d\u00e9porter celleux \u00e0 qui l\u2019on refusait l\u2019entr\u00e9e en france. A plusieurs reprises, la Croix Rouge a consciemment profit\u00e9 de la confiance envers leur institution en collaborant ouvertement avec la bleusaille.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u2019association \u00ab Rainbow 4 Africa \u00bb a une longue histoire de vell\u00e9it\u00e9 de collaboration avec des centres sociaux et a toujours tent\u00e9 d\u2019imposer sa pr\u00e9sence \u00e0 la Casa Cantoniera, supportant dans le m\u00eame temps le CPR (NdT : CRA) de Turin avec du personnel de \u00ab soin \u00bb (ou la n\u00e9gligence du bien \u00eatre humain est quotidienne) et fournissant des infrastructures m\u00e9dicales pour l\u2019expulsion de la maison. Quand la manifestation sauvage, le jour de l\u2019expulsion, est arriv\u00e9e \u00e0 l\u2019accueil de nuit des Saleziani afin d\u2019exprimer notre solidarit\u00e9 avec les familles d\u00e9port\u00e9es l\u00e0, nous nous sommes rendu compte que la porte principale en \u00e9tait close depuis leur arriv\u00e9e, les privant de leur libert\u00e9. Cela montre, une fois de plus, que les personnes qu\u2019iels disent aider ne sont pas vues comme des individus libres et \u00e9gaux mais comme des objets que l\u2019on peut g\u00e9rer \u2026 ou confiner.<\/p>\n\n\n\n<p>Durant plus de deux ans, la Casa Cantoniera s\u2019est voulue un espace de solidarit\u00e9 active et de r\u00e9sistance contre la fronti\u00e8re, l\u2019oppression et la violence qui lui sont inh\u00e9rentes. Un espace qui refusait de participer au \u201cmanagement\u201d de la migration, o\u00f9 celleux sur qui l\u2019on a construit notre richesse et nos privil\u00e8ges ne sont pas trait\u00e9.escomme des objets qui soient ou dangereux, ou victimes infantilis\u00e9es, mais comme des individus capables d\u2019auto-d\u00e9termination. De fait, la fronti\u00e8re est bien entendu perm\u00e9able au passage continu de l\u2019argent, du tourisme et du commerce, mais pas \u00e0 celui des personnes \u00e0 qui il manque les \u00ab bons \u00bb papiers.<\/p>\n\n\n\n<p>Notre but n\u2019a jamais \u00e9t\u00e9 de fournir un service \u00e0 ces personnes, mais plut\u00f4t de cr\u00e9er une lutte inclusive par celleux qui sont oppr\u00e9ss\u00e9.espar les syst\u00e8mes capitaliste et \u00e9tatique. Beaucoup de gens pass\u00e9.espar la Casa Cantoniera ont particip\u00e9 activement \u00e0 la gestion des taches quotidiennes. Le fait que cette maison ait \u00e9t\u00e9 occup\u00e9e sans interruption pendant 828 jours a \u00e9t\u00e9 possible uniquement gr\u00e2ce \u00e0 la mobilisation de nos connaissances et comp\u00e9tences, en prenant en compte nos diff\u00e9rences, possibilit\u00e9s et privil\u00e8ges. Partager notre rage et notre frustration, mais aussi passer des moments de liesse et d\u2019amiti\u00e9 mutuelle nous a renduplus fort.esquant \u00e0 notre opposition \u00e0 la violente r\u00e9alit\u00e9 de ce monde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dans la maison occup\u00e9e, on a partag\u00e9 des histoires, des r\u00eaves, des luttes, ensemble, en puisant la force dans le fait de ne plus \u00eatre isol\u00e9.es. Parfois, ces moments se r\u00e9sumaient simplement \u00e0 partager un caf\u00e9 corretto le matin, faire tourner des plats d\u00e9licieusement huileux pendant une tchatche, danser sur de la pop de l\u2019autre bout du monde en pr\u00e9parant une bouffe collective, ou mettre en commun une derni\u00e8re feuille, filtre pour rouler une cigarette bien m\u00e9rit\u00e9e.<\/p>\n\n\n\n<p>Cette opposition n\u2019est pas uniquement dirig\u00e9e contre le syst\u00e8me des fronti\u00e8res, elle essaie aussi de construire une r\u00e9alit\u00e9 alternative. La maison \u00e9tait un endroit o\u00f9 l\u2019on a tent\u00e9 de d\u00e9construire d\u2019autres formes d\u2019oppression::<\/p>\n\n\n\n<p>Il y a eu un potager autog\u00e9r\u00e9, parce qu\u2019en tentant de surpasser la logique mon\u00e9taire et consum\u00e9riste, on se doit de repenser notre relation \u00e0 la bouffe et la nature.<\/p>\n\n\n\n<p>Il y eu un espace r\u00e9serv\u00e9 aux femmes, aux personnes non binaires ou ne se reconnaissant pas dans des st\u00e9r\u00e9otypes de genre, parce que la lutte contre les oppressions ne peut se faire sans lutte contre le patriarcat.<\/p>\n\n\n\n<p>Il y a eu une biblioth\u00e8que pleine de livres et de brochures dans diff\u00e9rentes langues, des BD aux romans, de l&#8217;autogestion des soins au DIY, parce que poursuivre une alternative radicale* demande une r\u00e9flexion permanente, une auto critique et une recherche de la connaissance.<\/p>\n\n\n\n<p>Bien que nous ayons \u00e0 certains moments accept\u00e9 l\u2019aide mat\u00e9rielle de quelque institution ou ONG, nous ne nous sommes jamais assujetti.esau conformisme de leurs paradigmes et avons toujours recherch\u00e9 l\u2019autosuffisance de la maison via le soutien mat\u00e9riel et financier des personnes soutenant nos id\u00e9es.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c9videmment, dans un monde o\u00f9 la violence est omnipr\u00e9sente et o\u00f9 chacun.e de nous a internalis\u00e9 des dynamiques d\u2019oppression et certains st\u00e9r\u00e9otypes, il est impossible de ne pas faire d\u2019erreurs. Beaucoup de gens ayant pass\u00e9 par la maison ont surv\u00e9cu \u00e0 pertes et traumatismes, certain.esn\u2019ayant jamais eu le privil\u00e8ge de vivre \u00e0 l\u2019abri de la peur et des oppressions.<\/p>\n\n\n\n<p>Nous ne nierons pas que la maison a connu des \u00e9pisodes de violence, et que nous avons commis des erreurs dans certaines situations, mais dans le but de cr\u00e9er quelque chose qui existe en dehors de logiques de profit et de domination, nous nous devons d\u2019exp\u00e9rimenter et apprendre des dites erreurs du pass\u00e9, bien que nous n\u2019y soyons pas toujours parvenus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nous sommes \u00e9c\u0153ur\u00e9.espar l\u2019instrumentalisation de ces \u00e9pisodes, comme preuves qu\u2019un autre monde ne serait pas possible, quand, ironique brutalit\u00e9, ils sont la cons\u00e9quence directe des syst\u00e8mes oppressifs que l\u2019\u00e9tat nation soutient sans sourciller.<\/p>\n\n\n\n<p>Depuis les pr\u00e9mices du projet, sp\u00e9culations et rumeurs pullulent sur la maison. Juste apr\u00e8s l\u2019expulsion, des photos de la maison, \u00e9videmment dans un sale \u00e9tat (une expulsion c\u2019est pas joli &#8230;) ont \u00e9t\u00e9 partag\u00e9es, appuyant la narration des \u00ab squatteur.euses d\u00e9gueulasses et des mafaiteur.ices\u00bb .On refuse de parler aux gratte papiers, parce qu\u2019on ne veut pas \u00eatre caricatur\u00e9.esselon le st\u00e9r\u00e9otype de l\u2019 \u00ab anarchiste \u00bb au profit d\u2019un sensationnalisme d\u00e9pass\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p>Maintenant, ce petit espace d&#8217;autod\u00e9termination, qui nous a donn\u00e9 un temps la possibilit\u00e9 de respirer dans un monde de politiques r\u00e9pressives et de lois racistes , n\u2019est plus.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u2019expulsion de la Casa Cantoniera est partie prenante d\u2019une r\u00e9pression plus globale contre la libert\u00e9 de circuler, les structures de solidarit\u00e9 et les espaces occup\u00e9s en g\u00e9n\u00e9ral. Partout en europe** des occupations \u00e9tablies sur le long terme ont \u00e9t\u00e9 expuls\u00e9es les derni\u00e8res ann\u00e9es, pendant que des tentatives de cr\u00e9er des nouveaux espaces et de nouvelles luttes ont imm\u00e9diatement fait face \u00e0 la toute puissance des organes \u00e9tatiques de r\u00e9pression. La militarisation et la normalisation des d\u00e9portations aux fronti\u00e8res internes comme externes de l\u2019europe ne font que nourrir les sentiments racistes et la fascisation de la soci\u00e9t\u00e9. Dans le m\u00eame temps, celleux qui refusent de se conformer \u00e0 cette logique et continuent de soutenir les personnes sur la route se retrouvent de plus en plus criminalis\u00e9.es.<\/p>\n\n\n\n<p>A Calais, les cantines solidaires sont r\u00e9prim\u00e9es par la loi, ailleurs on emp\u00eache des personnes d\u2019exprimer leur soutien individuel et on les force \u00e0 adh\u00e9rer \u00e0 des ONG . En hongrie toute forme d\u2019aide est officiellement interdite depuis des ann\u00e9es. L\u2019objectif, d\u2019un c\u00f4t\u00e9, est de cr\u00e9er des conditions migratoires les plus difficiles possible, et de dissuader des populations d\u2019entamer le voyage. De l\u2019autre c\u00f4t\u00e9, on envoie le message que le soutien humain n\u2019est possible que sous le contr\u00f4le de l\u2019\u00e9tat.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e9anmoins, la r\u00e9pression des structures de solidarit\u00e9 et la fortification des fronti\u00e8res n\u2019emp\u00eachera pas des personnes d\u2019assouvir leur envie et leur besoin de migrer. La migration est vieille comme le monde, et depuis que le dit monde est divis\u00e9 entre les exploit\u00e9.eset celleux qui profitent de cette exploitation, depuis que les guerres et conflits sont nourries par le besoin du capitalisme de produire du profit et celui de l\u2019\u00e9tat nation d\u2019\u00e9tendre leur pouvoir et leur influence, des personnes continueront de migrer d\u2019un endroit \u00e0 l\u2019autre. Aussi longtemps que perdurera l\u2019in\u00e9galit\u00e9 entre deux p\u00f4les de ce monde, des personnes continueront de converger vers l\u2019europe. Aussi longtemps que les richesses de l&#8217;europe seront construites sur cette in\u00e9galit\u00e9, l&#8217;etat nation et ses institutions ne pourront donner une autre r\u00e9ponse \u00e0 la migration que la militarisation et la violence.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u2019expulsion et la r\u00e9pression envers la Casa Cantoniera n\u2019emp\u00eacheront pas ces personnes de traverser ici. Elles les entra\u00eeneront seulement sur des routes plus dangereuses, amenant ainsi leur lot de mort.eset de d\u00e9sespoir, et ouvriront la porte \u00e0 plus de passeurs, qui font leur bl\u00e9 sur la mis\u00e8re humaine.<\/p>\n\n\n\n<p>Ils peuvent prendre nos espaces, nous criminaliser, nous emprisonner, mais ils n\u2019enterreront pas nos id\u00e9es et ne tairont pas la v\u00e9rit\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p>La v\u00e9rit\u00e9, c\u2019est que tant que le monde tourne gr\u00e2ce \u00e0 la domination d\u2019un.e \u00eatre humain.e sur un.e autre ou sur la nature, ou gr\u00e2ce \u00e0 un syst\u00e8me \u00e9conomique bas\u00e9 sur l\u2019exploitation des ressources et de l\u2019humain, nous ne pourrons \u00eatre libres. Nous trouverons d\u2019autres moyens d\u2019exprimer notre opposition, de nous battre et de cr\u00e9er des espaces ou nous pouvons vivre, apprendre, et cr\u00e9er, librement : Hurriya !<\/p>\n\n\n\n<p>* on utilise ici le mot radical dans son sens originel, qui implique que l\u2019on cherche la \u00ab racine \u00bb du probl\u00e8me plut\u00f4t que d\u2019en corriger les cons\u00e9quences<\/p>\n\n\n\n<p>**les noms d\u2019\u00e9tats sont laiss\u00e9s sans majuscule consciemment<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>ESPA\u00d1OL<\/p>\n\n\n\n<p>El siguiente texto representa un intento, por parte de algunas personas que estuvieron involucradas en la Casa Ocupada Cantoniera , de analizar la desocupaci\u00f3n de nuestro espacio y reflexionar sobre los \u00faltimos a\u00f1os de nuestra presencia en este lado de la frontera.<\/p>\n\n\n\n<p>Temprano en la ma\u00f1ana del 23 de marzo, la polic\u00eda, junto con bomberos y algunas ONG, desalojaron la Casa Ocupada Cantoniera en Oulx. Los 13 compa\u00f1eros que estuvieron presentes en la casa durante el desalojo fueron acusados \u200b\u200bde ocupaci\u00f3n, mientras que m\u00e1s de 60 personas que estaban de paso fueron sometidas a pruebas forzadas para el coronavirus, identificadas, les tomaron sus huellas digitales y luego, fueron transportadas a diferentes instalaciones.<\/p>\n\n\n\n<p>La forma en que se llev\u00f3 a cabo este deshaucio demuestra una vez m\u00e1s todas las contradicciones de la pol\u00edtica migratoria europea. La represi\u00f3n de la libre circulaci\u00f3n s\u00f3lo es posible con la complicidad de las llamadas instituciones &#8222;humanitarias&#8220;. Si bien los polic\u00edas son el rostro visible de la represi\u00f3n estatal, las organizaciones humanitarias se utilizan (y con complacencia) como el rostro amistoso de esta represi\u00f3n.<\/p>\n\n\n\n<p>La Cruz Roja y la asociaci\u00f3n &#8222;Rainbow 4 Africa&#8220; \u200b\u200bproporcionaron la infraestructura de transporte y estiba para las m\u00e1s de 60 personas que estaban de paso en la casa durante el desalojo, envi\u00e1ndolas en diferentes direcciones y haci\u00e9ndolas regresar de la frontera. Los bomberos ayudaron a los polic\u00edas a atravesar las barricadas de la casa y les permitieron meterse en la casa por las ventanas del techo usando su equipo. Sin la ayuda de estas instituciones, el desalojo de la Casa Cantoniera habr\u00eda sido mucho m\u00e1s dif\u00edcil y prolongado (y, por tanto, visible para el p\u00fablico).<\/p>\n\n\n\n<p>No es la primera vez que la Cruz Roja colabora con la polic\u00eda, en esta frontera o en otros lugares. Ha habido varias ocasiones en las que sus miembros han estado repetidamente presentes en la frontera, tratando (en vano) de persuadir a las personas en tr\u00e1nsito de que no cruzaran en lugar de brindarles algo \u00fatil o dejarles decidir por s\u00ed mismos. A menudo han sido c\u00f3mplices de la intervenci\u00f3n policial, ayud\u00e1ndola a realizar las expulsiones. En varias ocasiones, la Cruz Roja ha apoyado conscientemente la confianza de las personas en su instituci\u00f3n trabajando en estrecha colaboraci\u00f3n con las fuerzas del orden.<\/p>\n\n\n\n<p>La asociaci\u00f3n Rainbow 4 Africa tiene una larga historia de intentos de colaboraci\u00f3n con los centros sociales y ha intentado repetidamente forzar su presencia en la Casa Cantoniera. Al mismo tiempo, apoy\u00f3 al CPR de Tur\u00edn con personal m\u00e9dico y proporcion\u00f3 la infraestructura m\u00e9dica para la evacuaci\u00f3n de la casa. Cuando las protestas del d\u00eda del desalojo llegaron al dormitorio de los salesianos para demostrar solidaridad a las familias que hab\u00edan sido llevadas all\u00ed, nos dimos cuenta de que la puerta principal de la estructura estaba cerrada con llave desde su llegada, lo que les imped\u00eda salir. Esto demuestra una vez m\u00e1s que su percepci\u00f3n de las personas a las que dirigen sus &#8222;servicios&#8220; no es la de individuos libres e iguales, sino de objetos manejables y confinables.<\/p>\n\n\n\n<p>Durante m\u00e1s de dos a\u00f1os la Casa Cantoniera ha tratado de crear un espacio de solidaridad y resistencia concretas contra la frontera, la opresi\u00f3n y la violencia que de ella se deriva. Un espacio que se neg\u00f3 a participar en la &#8222;gesti\u00f3n&#8220; de la migraci\u00f3n, donde personas sobre cuyos hombros se construyen nuestros privilegios y riquezas no fueron tratadas como objetos, como delincuentes peligrosos o v\u00edctimas infantilizadas, sino como sujetos individuales capaces de tomar sus propias decisiones. La frontera es obviamente accesible para el paso continuo de dinero, turismo y comercio, pero no para personas que no traen el papel &#8222;correcto&#8220;. Nuestro objetivo nunca ha sido brindar un servicio a la gente, sino construir una lucha inclusiva con las personas oprimidas por el sistema capitalista y el estado, de diferentes formas.<\/p>\n\n\n\n<p>Muchas personas que han pasado por la Casa Cantoniera han participado activamente en la gesti\u00f3n de las tareas diarias. El hecho de que esta casa estuvo abierta a la gente sin parar durante 828 d\u00edas solo fue posible porque reunimos colectivamente nuestros conocimientos y habilidades, maximizando nuestras posibilidades, adaptando y valorando las diferencias en nuestras capacidades. Compartimos la ira y la frustraci\u00f3n en com\u00fan, pero tambi\u00e9n tuvimos momentos de afecto y alegr\u00eda, y esto nos ayud\u00f3 a ser m\u00e1s fuertes y m\u00e1s decididxs en nuestra oposici\u00f3n a la realidad violenta de este mundo.<\/p>\n\n\n\n<p>En la casa ocupada, las personas compartieron sus historias, sue\u00f1os y luchas entre s\u00ed, encontrando la fuerza en no estar solos. En ocasiones estos momentos consist\u00edan en simplemente compartir un caf\u00e9 por la ma\u00f1ana, pasar un plato de algo delicioso y frito para compartir en discusiones, bailar al ritmo de la m\u00fasica pop de todo el mundo mientras se preparaba una comida colectiva, o colectivizar con cuatro personas el \u00faltimo papel, filtro, tabaco o mechero para un cigarrillo muy necesario &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Esta oposici\u00f3n que se crea no contrasta simplemente con la opresi\u00f3n sist\u00e9mica de la frontera, sino que, paralela a ella, intenta construir una realidad alternativa. Esta casa fue un lugar donde enfrentamos muchas formas de opresi\u00f3n.<\/p>\n\n\n\n<p>Hab\u00eda un jard\u00edn auto-organizado, para repensar nuestra forma de relacionarnos con la comida y la naturaleza con respecto al consumismo.<\/p>\n\n\n\n<p>Hab\u00eda un espacio reservado para las mujeres y las personas no binarias \/ no conformes al g\u00e9nero, porque el sistema patriarcal est\u00e1 parcialmente desmantelado, valorizando y dando espacio.<\/p>\n\n\n\n<p>Hab\u00eda una biblioteca con libros y textos auto-editados en varios idiomas, desde c\u00f3mics y novelas hasta autocuidado y bricolaje, con el objetivo de una alternativa radical* que requiere una constante reflexi\u00f3n, autocr\u00edtica y expansi\u00f3n del conocimiento.<\/p>\n\n\n\n<p>Si bien en algunas ocasiones hemos aceptado el apoyo material de instituciones y ONG, nunca nos hemos sometido a conformarnos con sus paradigmas y siempre hemos tratado de autoabastecer el hogar con el apoyo financiero y material de personas que comparten o apoyan nuestras ideas.<\/p>\n\n\n\n<p>Evidentemente, en un mundo que se basa en la violencia y donde todxs tenemos interiorizadas din\u00e1micas de opresi\u00f3n y ciertos estereotipos, es imposible no cometer ciertos errores. Muchas personas que han pasado por la casa han sobrevivido al trauma y la p\u00e9rdida, algunas de las cuales nunca han tenido el privilegio de vivir sin miedo y sin opresi\u00f3n. No queremos negar que la casa ha vivido episodios de violencia y que hemos cometido errores en determinadas situaciones, pero para crear algo fuera de la l\u00f3gica del lucro y la dominaci\u00f3n, debemos practicar y aprender de los errores que se han cometido en el pasado, incluso si no siempre lo logramos. Nos disgusta la forma en que estos episodios han sido explotados para destripar un enfoque alternativo, utilizado para mostrar que otro mundo en realidad no es posible; en realidad, es brutalmente ir\u00f3nico que estos episodios de violencia sean el resultado directo de los sistemas opresivos que los estados nacionales apoyan con tanta vehemencia.<\/p>\n\n\n\n<p>Desde el inicio del proyecto, se ha difundido mucha especulaci\u00f3n y desinformaci\u00f3n sobre esta casa. Inmediatamente despu\u00e9s de que se llev\u00f3 a cabo el desalojo se compartieron fotos del interior de la casa (que se encontraba en p\u00e9simo estado, ya que l\u00f3gicamente todas las casas est\u00e1n as\u00ed despu\u00e9s de los desalojos), utiliz\u00e1ndolas para confirmar su narraci\u00f3n de los &#8222;sucios okupas y delincuentes&#8220;. Nos negamos a hablar con los periodistas, porque no queremos que nos retraten de acuerdo con la imagen estereotipada del &#8222;anarquista&#8220; y que nos utilicen para alimentar el espect\u00e1culo.<\/p>\n\n\n\n<p>As\u00ed que ahora este peque\u00f1o espacio de autodeterminaci\u00f3n que nos dio la oportunidad de respirar por un momento, mientras todav\u00eda est\u00e1bamos sumergidos en un mundo de duras pol\u00edticas y leyes raciales, ha desaparecido.<\/p>\n\n\n\n<p>El desahucio de la Casa Cantoniera es solo una parte de la represi\u00f3n global contra la libertad de circulaci\u00f3n, las estructuras de solidaridad y los espacios liberados y ocupados en general. En toda Europa en los \u00faltimos a\u00f1os, los espacios ocupados durante mucho tiempo han sido desalojados, mientras que los intentos de crear nuevos espacios y nuevas luchas se encuentran de inmediato con toda la fuerza de los \u00f3rganos estatales represivos. La militarizaci\u00f3n de las fronteras y la normalizaci\u00f3n de los rechazos en las fronteras internas y externas de Europa solo alimentan sentimientos racistas cada vez mayores y el fascismo de la sociedad. Al mismo tiempo, quienes se niegan a creer en esta l\u00f3gica y contin\u00faan apoyando a las personas en movimiento se ven continuamente afectados.<\/p>\n\n\n\n<p>En Calais, la distribuci\u00f3n de alimentos ha sido ilegalizada, en otros lugares, a las personas se les impide practicar su solidaridad individualmente y se les obliga a registrarse en una ONG. En Hungr\u00eda, todas las formas de apoyo a las personas en movimiento han sido ilegales durante a\u00f1os.<\/p>\n\n\n\n<p>En Calais, la distribuci\u00f3n de alimentos ha sido ilegalizada, en otros lugares, a las personas se les impide practicar su solidaridad individualmente y se les obliga a registrarse en una ONG. En Hungr\u00eda, todas las formas de apoyo a las personas en movimiento han sido ilegalizadas durante a\u00f1os.<\/p>\n\n\n\n<p>Por un lado, el objetivo es crear condiciones que dificulten al m\u00e1ximo la migraci\u00f3n y que act\u00faen como disuasivo para evitar que otros intenten realizar el viaje. Por otro lado, se est\u00e1 enviando el mensaje de que la humanidad y el apoyo solo son posibles cuando se recopilan en un contexto y una metodolog\u00eda aprobados por el estado.<\/p>\n\n\n\n<p>Sin embargo, la represi\u00f3n de las estructuras de solidaridad y el fortalecimiento de las fronteras no impedir\u00e1 que las personas ejerzan su voluntad y necesidad de migrar. La migraci\u00f3n es tan antigua como la humanidad, y mientras este mundo est\u00e9 dividido en espacios de aquellos que son explotados y aquellos que se benefician de esta explotaci\u00f3n, siempre que las guerras y los conflictos sean alimentados por la necesidad del capitalismo de obtener ganancias y por la necesidad de estados &#8211; nacionales para expandir su poder e influencia &#8211; la gente seguir\u00e1 migrando de un lugar a otro. Y mientras exista esta desigualdad entre el &#8222;sur global y el norte global&#8220; del mundo, la gente seguir\u00e1 intentando venir a Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>El desalojo y represi\u00f3n de la Casa Cantoniera no impedir\u00e1 que la gente cruce esta parte de la frontera. Solo los llevar\u00e1 a verse obligados a utilizar rutas cada vez m\u00e1s peligrosas, y para las personas m\u00e1s desesperadas, y a utilizar contrabandistas que se benefician de la miseria de la gente.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pueden tomar nuestros espacios, pueden criminalizarnos y encarcelarnos, pero no pueden enterrar nuestras ideas y no pueden silenciar la verdad, y la verdad es esta: mientras el mundo est\u00e9 organizado seg\u00fan el principio de dominaci\u00f3n &#8211; de la naturaleza del hombre, de un tipo de hombre sobre otro, o de un sistema econ\u00f3mico basado en la explotaci\u00f3n de recursos y vidas humanas, no podremos ser libres. Necesitamos y encontraremos otras formas de expresar nuestra oposici\u00f3n, de construir y luchar por espacios donde podamos aprender, crear y vivir en libertad.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>*Usamos la palabra radical en su sentido original, en el sentido de que queremos llegar a la &#8222;ra\u00edz&#8220; del problema en lugar de simplemente reformar lo que creemos que es fundamentalmente disfuncional.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CALL TO ACTION AND SOLIDARITY | Analyse und Reflektion R\u00e4umung Casa Cantoniera in Oulx, Italien <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2021\/04\/01\/raeumung-casa-cantoniera-in-oulx-italien\/\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1049,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1048","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1048"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1052,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1048\/revisions\/1052"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}