{"id":1748,"date":"2025-07-30T09:46:26","date_gmt":"2025-07-30T07:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/deserteursberatung.at\/?p=1748"},"modified":"2025-08-01T09:56:16","modified_gmt":"2025-08-01T07:56:16","slug":"kundgebung-finger-weg-vom-persmanhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2025\/07\/30\/kundgebung-finger-weg-vom-persmanhof\/","title":{"rendered":"Kundgebung: Finger weg vom Per\u0161manhof"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Datum \/ Uhrzeit<\/strong><br>31.07.2025<br><em>17:00 &#8211; 18:30<\/em><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Razzia am Per\u0161manhof, gehts noch?!<\/strong><br><strong>Wir haben Fragen! Wir sind w\u00fctend!<\/strong><br><strong>Wir sind solidarisch mit dem Dru\u0161tvo\/Verein Per\u0161man, Partisan_innenverband und Klub der slowenischen Studierenden in Wien!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Komm zur Kundgebung gegen die Kriminalisierung von Minderheiten und Antifaschismus:<br>Donnerstag, 31.7., 17.00, Herrengasse 7 \/ BMI.<br>Komm alleine, mit vielen, mit Kolleg:innen, Freund:innen, als Initiative oder Verein.<\/p>\n\n\n\n<p>Programm: Redebeitr\u00e4ge, Lieder, Flyer.<\/p>\n\n\n\n<p>############<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Napad na Per\u0161manovo doma\u010dijo, ste znoreli?!<\/strong><br><strong>Imamo vpra\u0161anja! Jezni smo!<\/strong><br><strong>Solidarni smo z Dru\u0161tvom\/Verein Per\u0161man, z Zvezo Koro\u0161kih Partizanov in Klubom Slovenskih \u0160tudentk*\u0160tudentov na Dunaju!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pridite na demonstracijo proti kriminalizaciji manj\u0161in in antifa\u0161izma:<br>\u010detrtek, 31. 7., 17.00, Herrengasse 7 \/ BMI.<br>Pridite sami, z mnogimi, s kolegi, prijatelji, kot zdru\u017eenje ali dru\u0161tvo.<\/p>\n\n\n\n<p>Program: govori, pesmi, letaki.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufruftext:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Finger weg vom Per\u0161manhof \u2013 Gegen die Kriminalisierung von Minderheiten und Antifaschismus<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag, den 27. Juli 2025 fand in der Gedenkst\u00e4tte und im Museum Per\u0161man ein massiver Polizeieinsatz statt. Es ist dies die erste dokumentierte Hausdurchsuchung in einer NS-Gedenkst\u00e4tte seit 1945, und das im Gedenkjahr 1945\/2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00e4rnter Polizei kreuzte mit einem Gro\u00dfaufgebot von sieben Polizeifahrzeugen, 30 Polizist*innen \u2013 die teils schwer bewaffnet waren -, Drohnen, Polizeihunden und einem Polizeihubschrauber auf dem Museumsgel\u00e4nde auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Ausma\u00df des Einsatzes sorgt f\u00fcr gro\u00dfe Irratation. Begr\u00fcndet wird er von Seiten der Polizei mit Verwaltungs\u00fcbertretungen wie vermeintlich wildes Campieren und Parkvergehen. Zum Zeitpunkt des Einsatzes hat ein antifaschistisches Bildungscamp stattgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wurde im Per\u0161manhof eine Hausdurchsuchung durchgef\u00fchrt, die Identit\u00e4ten von mehr als 60 Besucher:innen aufgeschrieben, dutzende Verwaltungs\u00fcbertretungen angezeigt und Zwei Menschen wurden wegen \u201eWiderstand gegen die Staatsgewalt\u201c strafrechtlich angezeigt. Besucher*innen berichten von extrem aggressiven und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Verhalten der Polizei vor Ort, sodass einige Menschen in Tr\u00e4nen ausbrachen oder Panikattacken erlitten. Und das alles an einem Ort, an dem kurz vor Ende des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren Angeh\u00f6rige des SS- und Polizeiregiments 13, elf Familienangeh\u00f6rige der Familien Sadovnik und Kogoj brutal ermordet wurden. Auch Nachkommen von durch das NS-Regime ermordeten K\u00e4rnterslowen*innen waren vor Ort und berichten \u00fcber einen Zustand der Retraumatisierung nach dem Polizeieinsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gesamte Polizeieinsatz und das Vorgehen ist an Ignoranz, Diskriminierung und Widerw\u00e4rtigkeit kaum zu \u00fcbertreffen. Es wurden im Rahmen dieses Polizeieinsatz nicht nur ein zentraler Gedenkort f\u00fcr K\u00e4rnterslowen*innen, die in \u00d6sterreich nach wie vor als Minderheit Diskriminierung ausgesetzt sind, mit F\u00fc\u00dfen getreten. Es wurde durch die Aktion auch eine Botschaft gesendet, dass antifaschistisches Engagement in \u00d6sterreich kriminalisiert wird und den Schikanen des Polizeiapparates ausgesetzt ist. Noch absurder wird der Umstand in Anbetracht dessen, dass einen Tag zuvor die neofaschistischen Identit\u00e4ren in Wien die gesamte Innenstadt unter Polizeischutz blockieren durften, w\u00e4hrend Antifaschist*innen, die sich dem in den Weg stellten, brutal von der Polizei festgenommen wurden. Identit\u00e4re nahmen bei An- und Abreise ganze U-Bahn-Waggons in Beschlag, skandierten dort rassistische und faschistische Propaganda, Reaktionen bisher: keine. \u00d6sterreich bleibt seiner politischen Gesinnung treu und kriminalisiert, diskriminiert Minderheiten und antifaschistische Aktivist*innen. Das zeigt sich insbesondere auch durch Bekanntwerden der Verantwortlichen des niedertr\u00e4chtigen Polizeieinsatzes. Der Einsatz wurde nach heutigem Wissen von Gerold Taschek geleitet und von Gert-Andre Kl\u00f6sch unterst\u00fctzt. Taschek ist Referatsleiter im K\u00e4rntner Verfassungsschutz, einer Beh\u00f6rde, die noch immer formal von einem ehemaliger Redner am SS-Veteranentreffen am Ulrichsberg geleitet wird und die an der Verwendung von SS-Symbolen keinen Versto\u00df gegen geltende Gesetze sieht. Kl\u00f6sch ist jener Bezirkshauptmann, der \u00fcber mehr als 10 Jahre das Ustascha-Treffen in Bleiburg\/Pliberk erm\u00f6glicht hat. Dort sah er \u00fcbrigens keine M\u00f6glichkeit gegen das faschistische Treiben einzuschreiten weil das Gel\u00e4nde Privatgrund sei. Wenn er nicht bei Ustascha-Anh\u00e4nger:innen die Augen zudr\u00fcckt und Antifaschist:innen die Campierverordnung exekutiert, h\u00e4lt er Reden bei Veranstaltungen des deutschnationalen K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpferbunds. Das d\u00fcrfte Fragen \u00fcber die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Polizeieinsatz erkl\u00e4ren, doch nicht wie so ein Polizeieinsatz, in einem Land mit NS-Vergangenheit m\u00f6glich sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir lassen nicht zu, dass Gedenkorte wie der Per\u0161manhof, die sich die Aufkl\u00e4rung \u00fcber nationalsozialistische Geschichte und ihre Gr\u00e4ueltaten zur Aufgabe gemacht haben, von der K\u00e4rntner Polizei gest\u00f6rt werden.<br>Wir lassen nicht zu, dass unsere Genoss*innen der K\u00e4rntner-Slowenischen Minderheit von \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden gewaltvoll und diskriminierend behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb fordern wir:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Antifaschismus ist keine Straftat und darf es auch nicht werden!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Umfassende, unabh\u00e4ngige Aufkl\u00e4rung des Einsatzes!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Disziplinarrechtliche Konsequenzen f\u00fcr die Verantwortlichen!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Entschuldigung von den Beh\u00f6rden bei den Betroffenen und Nachfahren der Verfolgten!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zeithistorische Schulung der Exekutive<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Finanzielle Absicherung des Museums<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wir sind emp\u00f6rt, w\u00fctend und angewidert \u00fcber das Vorgehen der Polizei. Viele von uns sind sprachlos und traurig und wollen ihre Fassungslosigkeit, Wut und Trauer auf die Stra\u00dfe tragen. Daher rufen wir euch alle auf am Donnerstag, den 31. Juli um 17 Uhr, vor das Bundesministerium f\u00fcr Inneres zu kommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Finger weg vom Per\u0161manhof!<br>Kein Vergeben, kein Vergessen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unterst\u00fctzer_innen:<\/strong><br>\u2013 SOS Balkanroute<br>\u2013 Initiative Minderheiten<br>\u2013 Kulturrat<br>\u2013 KZ-Verband Wien<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Datum \/ Uhrzeit31.07.202517:00 &#8211; 18:30 Razzia am Per\u0161manhof, gehts noch?!Wir haben Fragen! Wir sind w\u00fctend!Wir <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2025\/07\/30\/kundgebung-finger-weg-vom-persmanhof\/\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1749,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1748","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1748"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1748\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1750,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1748\/revisions\/1750"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1749"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1748"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}