{"id":858,"date":"2020-10-14T11:32:00","date_gmt":"2020-10-14T09:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/deserteursberatung.at\/?p=858"},"modified":"2020-10-21T11:45:59","modified_gmt":"2020-10-21T09:45:59","slug":"wien-braucht-mehr-soli-zimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2020\/10\/14\/wien-braucht-mehr-soli-zimmer\/","title":{"rendered":"Wien braucht mehr Soli-Zimmer!"},"content":{"rendered":"\n<p>In Wien leben knapp 11.000 Menschen in der Grundversorgung, die meisten davon sind in einem laufenden Asylverfahren, manche haben aber bereits zum zweiten Mal einen negativen Bescheid erhalten. Ein Gro\u00dfteil der Menschen in der Grundversorgung lebt privat und bekommt 350\u20ac pro Monat um all ihre Lebenskosten zu decken. Wie das geht, ist nur schwer vorstellbar. Noch prek\u00e4rer ist es f\u00fcr Menschen, die aus der Grundversorgung rausfallen.<br><br>26% aller Menschen in der Grundversorgung leben in organisierten Quartieren von NGOs. Einige Quartiere bieten den Bewohner*innen gute Lebensbedingungen. Andere allerdings nicht: Zimmer und Sanit\u00e4reinrichtungen m\u00fcssen mit vielen Personen geteilt werden, die Nutzung der K\u00fcche ist zeitlich eingeschr\u00e4nkt, Besuche nur beschr\u00e4nkt erlaubt und die Menschen f\u00fchlen sich oft sozial isoliert und stigmatisiert.<br><br>Viele w\u00fcnschen sich daher, in Wohngemeinschaften zu wohnen, wo sie selbstbestimmter und sozial eingebettet wohnen k\u00f6nnen. Mit nur 350\u20ac im Monat, ist dies ohne solidarische Unterst\u00fctzung aber sehr schwierig.<br><br>Die Initiative gegen R\u00fcckkehrzentren sucht daher Soli-Zimmer f\u00fcr Menschen, die in Lagern oder anderen prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen leben.<br><br>Soli-Zimmer m\u00fcssen gut \u00fcberlegt werden. Einerseits &#8211; wie immer, wenn es ein neue*r Mitbewohner*in gibt &#8211; wird sich einiges am Zusammenleben ver\u00e4ndern und das gemeinsame Wohnen muss neu ausdiskutiert werden. Andererseits braucht es die Bereitschaft, anteilig Geld f\u00fcr die Miete aufzustellen. Bei Menschen, die in einem Soli-Zimmern wohnen, kommen meistens noch besondere Faktoren dazu: Die schlechte finanzielle Lage, gekn\u00fcpft an eine Arbeitsverbot, aufenthaltsrechtliche Unsicherheit bis hin zur Gefahr von Abschiebungen, H\u00fcrden \u00fcber Sprachkenntnisse, das Leben in einer neuen Konstellation, und vieles mehr, f\u00fchren zu Machtungleichheiten beim zusammen leben und fordern besonderes gute Kommunikation und zeitliche Ressourcen.<br><br>1. Modell: Miete solidarisch von Personen au\u00dferhalb der WG und die WG stellt ein Zimmer f\u00fcr eine Person<br><br>2. Modell: Die Mitbewohner*innen der WG teilen sich anteilig die Kosten f\u00fcr das Soli-Zimmer unter sich auf und zahlen so mehr f\u00fcr ihre Zimmer, um das Zusammenleben mit einer Person die es nicht bezahlen kann zu erm\u00f6glichen.<br><br>3. Modell: Anteilig zahlt die Person einen Teil der Miete und der andere Teil der Miete wird aus einem solidarischen Kreis an Bekannten und Freund*innen der WG getragen.<br><br>Aus Berlin gibt es eine hilfreiche Brosch\u00fcre, die einige wichtige Punkte thematisiert und Inputs gibt: <a href=\"https:\/\/noborderassembly.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/1214\/2020\/07\/Solidarity-Asyl-handbook-DE.pdf\">https:\/\/noborderassembly.blackblogs.org\/wp-content\/uploads\/sites\/1214\/2020\/07\/Solidarity-Asyl-handbook-DE.pdf<\/a><br><br>Wenn ihr ein freies Zimmer habt und euch vorstellen k\u00f6nnt, ein Soli-Zimmer daraus zu machen, dann meldet euch: <a href=\"mailto:rueckkehrzentrenschliessen@systemli.org\">rueckkehrzentrenschliessen@systemli.org<\/a><br><br>Wir besprechen eure Fragen gerne mit euch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Wien leben knapp 11.000 Menschen in der Grundversorgung, die meisten davon sind in einem <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/2020\/10\/14\/wien-braucht-mehr-soli-zimmer\/\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":859,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42],"tags":[],"class_list":["post-858","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beitraege-zur-debatte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=858"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/858\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":862,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/858\/revisions\/862"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/deserteursberatung.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}