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Spender*inneninfo 2/2010: Eine wunderliche Zeit ...

oder warum Schenken doch noch das Beste an Weihnachten ist.

Die Zeit der Wunder …
Flüchtlinge, die in Österreich stranden, sind in der Regel keinem Stern gefolgt, sondern vor Krieg, Verfolgung und Elend geflohen. Nichtsdestototz haben sie, kaum hier angekommen, genug Grund sich zu wundern. Wer nämlich glaubt, nach den Strapazen der Flucht endlich sicher zu sein, hat sich geirrt. Mit der Asylantragstellung beginnt ein behördlicher Marathon, der seinesgleichen sucht. Generelles Misstrauen der eigenen Person und Geschichte gegenüber ist die Grundvoraussetzung fast aller Asylverfahren.

Ruhe und Besinnlichkeit …
Im österreichischen Asylverfahren ist das ganze Jahr Weihnachten. Dies äußert sich vor allem in der Ruhe und Besinnlichkeit, mit der diese Verfahren geführt werden. Hier ist nichts vom Alltagsstress zu spüren, wo alles möglichst schnell gehen muss. Um Flüchtlingen nach ihrer hektischen Vergangenheit endlich ein wenig Ruhe zu gönnen, dauern die Verfahren gleich mehrere Jahre.
Das hat mehrere Vorteile. Zum Einen ist es möglich, dass sich die Verfolgerstaaten endlich besonnen haben und dort wieder Ruhe eingekehrt ist. Kein Grund also für Flüchtlinge, sich dauerhaft hier niederzulassen. Außerdem erhöht die längere Wartzeit natürlich auch die Spannung. Hier dürfen sich Menschen manchmal bis zu einem Jahrzehnt fragen, welches Geschenk sie wohl schlussendlich bekommen werden.

Einfach mal zuhause bleiben …
Es zeichnet doch die Winter- und Weihnachtszeit aus, sich darüber zu freuen, abends einfach mal zuhause zu bleiben, anstatt draußen herumzuhetzen. Dieser Genuss soll auch Menschen zugute kommen, die noch nicht so lange in Österreich leben und solche Traditionen möglicherweise nicht kennen.
Das österreichische Asylgesetz hat diesem Wunsch Rechnung getragen. Asylwerber*innen dürfen in der ersten Phase ihres Verfahrens den Bezirk, in dem sie wohnen, nicht verlassen. Und da Menschen ja bekanntlich zum Glück gezwungen werden müssen, sind gleich Strafen bis zu 15.000 € und sogar Schubhaft darauf ausgesetzt, wenn sie ihrem Zuhause entflüchten.

Auf Herbergssuche …
Für Asylwerber*innen ist die Geschichte der Herbergssuche traurige Realität. So werden diese Menschen nicht selten in Gasthöfen untergebracht, die derart abgelegen sind, dass Ochs und Esel die einzige Gesellschaft darstellen. Dort dürfen sie Monate bis Jahre verbringen, ohne Arbeit, ohne Beschäftigung, ohne Möglichkeit sich weiterzubilden oder auch nur die deutsche Sprache zu erlernen. Stattdessen können sie mit 40 € an Taschengeld pro Monat (!) lernen, welchen Wert das Sparen hat.

Gute Vorsätze …
Und dann gibt es jene Menschen, die sich über nichts mehr wundern. Jene die zu unruhig sind, um daheim zu bleiben und ihre Anliegen lieber nach außen tragen. Jene, die sich nicht auf Vergangenes rückbesinnen, sondern sich lieber tagtäglich gute Vorsätze machen.
Die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung bietet seit 18 Jahren kostenlose und unabhängige Rechts- und Sozialberatung für Flüchtlinge an. Dabei sind wir stets parteilich mit den Betroffenen und handeln einzig und allein im Auftrag unserer Klient*innen. Wir versuchen den gesetzlichen Weihnachtsfrieden ein wenig aufzurütteln. Unser Ziel ist es, Menschen zu ihrem Recht auf Asyl zu verhelfen und sie durch den Wildwuchs an Gesetzesbestimmungen zu begleiten.

Was wir gerne unter dem Baum finden …
Dass Weihnachten die Zeit des Gebens und Schenkens ist, verbreitet jedoch auch bei uns ein wenig festliche Stimmung. Wir geben den Menschen, die uns aufsuchen, kompetente und professionelle rechtliche Beratung. Wir schenken dadurch Hoffnung und nicht selten auch Zukunft.
Und wir bekommen auch gerne Geschenke. Nachdem wir nicht staatlich unterstützt werden und die Kosten für unsere Unabhängigkeit selbst tragen müssen, sind diese sogar überlebensnotwendig. Wie die Geschenke aussehen, bleibt Ihrer Kreativität überlassen. Ob bunt verpackt, mit Schleife, als einmalige Spende, Dauerauftrag, Benefizveranstaltung oder sonstige Untersützung … wir freuen uns über alles, was wir unter dem Baum finden.
DANKE

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