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Spender*innen-Info 2/2012: Mehr als nur eine Geschichte

und warum wir der Wirklichkeit zuhören sollten.

Welche Zeit eignet sich mehr zum Geschichten erzählen als die stille und friedliche Winterzeit? Die Wohnung duftet nach frisch gebackenen Keksen, Nüsse und Mandarinen liegen lockend in der Schale, die Hektik weicht der Ruhe und Seeligkeit und die Welt zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Unsere Geschichte, die wir Euch erzählen möchten, ist so wahr wie die Wirklichkeit. Sie entsprang einem Ereignis unserer Tage.

An jenem Tag, an dem wir wie jedes Jahr uns zusammensetzten und überlegten, worüber wir Euch dieses Jahr berichten wollen, erhielten wir eine ungewöhnliche Nachricht. Ein Protestmarsch der Flüchtlinge von Traiskirchen nach Wien sollte am nächsten Morgen stattfinden. Über 1400 Menschen sind derzeit in der Erstaufnahmestelle untergebracht. Die aktuelle Situation ist das Resultat zu langen Weg-Sehens; seit Jahren wurde die Frage der Unterbringung Asylsuchender nur behelfsmäßig geregelt. Seit Jahren nimmt die Mehrheit der Bundesländer ihre Verpflichtung zur Aufnahme und  Unterbringung einer quotenmäßig bestimmten Anzahl an Flüchtlingen nicht wahr. Vorhandene  Unterkünfte in den Bundesländern sind oft abseits jeder Infrastruktur: Segregation und Abschottung sind das Resultat. In dem kleinen Land Österreich werden menschenwürdige Unterkünfte für Flüchtlinge rar gemacht.


They demand their rights!

Am nächsten Morgen weckte uns ein lauter Protest. Hunderte Menschen zogen mit Plakaten und Transparenten die Straßen entlang und lenkten Aufmerksamkeit auf ihre Forderungen

• Für das Recht auf ein Asylverfahren in Österreich!

• Für schnellere Bearbeitung der Asylanträge!

• Das Recht auf Familienzusammenführung!

• Uneingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber_innen!

Die Menschen am Straßenrand oder an den Fenstern zeigten sich überrascht, manche winkten freudig. Nach 35 Kilometern Fußmarsch, der Tag hatte bereits in einen frischen laternenklaren Abend  gewechselt, erreichten sie die kleine Zeltstadt im Sigmund Freud Park.

Wir könnten unsere Geschichte hier enden lassen, hätten nicht die Betroffenen am nächsten Tag in vielen Gesprächen klar gemacht, dass wir nicht aufhören dürfen ihnen zuzuhören.

Das wollen wir weiterhin tun. Ein offenes Ohr bieten für die, denen wenige zuhören. Rechtliches Wissen vermitteln, um die Orientierung in einem verrechtlichten Asylverfahren zu erleichtern. Wir wollen
versuchen, den Betroffen selbst das Werkzeug in die Hand zu legen, damit sie ihre Rechte effektiv wahrnehmen können.

Die Deserteurs- & Flüchtlingsberatung arbeitet/ schuftet/engagiert sich seit nunmehr 20 Jahren für die Rechte von Flüchtlingen, von Illegalisierten und von allen Personen, die hier in Frieden leben möchten und vom Staat daran gehindert werden. Wir arbeiten ehrenamtlich und bieten ausschließlich kostenlose Rechtsberatung für diese Menschen an. Wir erhalten keinerlei staatliche Zuschüsse/Förderungen/Unterstützungen und sind daher in unserer Arbeit unabhängig/parteilich/frei.

Deshalb sind wir für die Deckung der entstehenden Kosten auf die Hilfe derer angewiesen, die unsere Arbeit wichtig/unverzichtbar/wertvoll finden.

Mit einer Spende, einem Solidaritätsbeitrag oder auch einem Dauerauftrag leisten Sie einen  wesentlichen Beitrag zum Fortbestehen unserer Beratungsstelle.

DANKE!

BAWAG
BLZ 14 000
KNr.: 01 01 0813 332


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