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Wohnprojekt akut gefährdet!

EKH bleibt!

EKH bleibt!

Der Verkauf des EKHs durch die KPÖ bedeutet für die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung das AUS und endgültige Ende des transkulturellen Wohnprojekts im 4. Stock des einzigen autonomen Zentrums in Österreich.

Dies ist zwar nur eines von vielen Projekten, die durch die blindwütige Geldbeschaffungspolitik der KPÖ, in ihrer Existenz bedroht sind oder dadurch beendet wurden, aber es war mehr als 5 Jahre "unseres", weshalb wir uns nach einer generellen Solidarisierung mit dem EKH und der Forderung nach dem Rücktritt Walter Baiers nach Bekanntwerden des Verkaufs auch hier dazu äußern wollen:

Wir wollen uns gar nicht darüber auslassen, für wie dumm und skandalös wir den Verkauf halten, sonst würden wir wahrscheinlich beleidigend, immerhin handelte es sich dabei um wichtigen Raum für viele spannende Projekte und den letzten "Freiraum" für wichtige linke Strukturen. Die meisten Projekte und BewohnerInnen ziehen gerade aus oder planen das für die nächsten Monate.

Für unser Wohnprojekt gibt es leider keine Alternative, da dieses an die Einzigartigkeit des Gesamtprojekts EKH und die gewachsenen vertrauenvollen Strukturen gebunden ist. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen im Jahre 1999 und entwickelte sich sehr gut.

Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach finanzierbarem Wohnraum und vor allem wegen der zahlreichen Spenden für das Wohnprojekt konnte es 2001 trotz unserer prekären finanziellen Situation auf zwei Zimmer ausgeweitet werden.

Unsere Klienten erhielten von den BewohnerInnen des Hauses und nicht nur aus dem 4. Stock viel Unterstützung bei der Bewältigung alltäglicher Probleme und waren in eine kleine aber feinen community eingebunden, in der sie sich sicher und wohl fühlen konnten. Im kollektiven Zusammenleben wurden zahlreiche Freundschaften geschlossen, von denen alle profitiert haben und mit der Zeit haben auch "unsere" Bewohner begonnen, ihre eigenen Freunde hierher einzuladen und auch diese in die bestehenden Netzwerke einzubinden - so entstand eine ganz kleine afrikanische Community, die in den beiden Zimern und den gemeinsamen Wohnräumen ihre Basis hatte.

Nachdem die Verträge seitens des neuen Eigentümers mit 31.12.2004 gekündigt wurden und für den 4. Stock bereits ein Räumungsvergleich mit 30.06.2005 unterschrieben wurde, bedeutet es für die beiden Bewohner unseres Wohnprojektes, dass sie (wieder einmal) von der Obdachlosigkeit bedroht sind !!!

Für AsylwerberInnen, auch mit gesicherten Aufenthaltsstatus, ist es ausgesprochen schwierig eine preiswerte Wohnung in Wien zu finden, dazu kommen rassistische Vorurteile, die ihnen selbst günstige Wohnungen oftmals nicht ermöglichen.
Die beiden Klienten, die nun zuletzt die Zimmer bewohnten, stehen finanziell auf eigenen Beinen und können für eine kleine Wohnung oder ein grosses WG Zimmer bis zu 200 € zahlen.

Deshalb bitten wir die Freunde und Freundinnen der Deserteursberatung um Unterstützung: Wer preiswerte Wohnungenvermietet, besitzt oder weiss, die in den nächsten Monaten beziehbar sind, melde sich bitter unter unserer Telefonnummer: 01/5337271 oder schickt uns ein Email

Aktuelle Information (1/05)


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