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Abschiebewillkür in den Niederlanden

Ein mit einer Österreicherin verheirateter Nigerianer mit Schengenvisum wurde auf der Durchreise in Amsterdam verhaftet und nach Nigeria abgeschoben. Alles deutet daraufhin, dass hier willkürlicher Amtsmißbrauch betrieben wurde!

Am 01.01.2006 verweigerten die amsterdamer Grenzbeamten einem nigerianischen Staatsbürger, der mit einer Österreicherin verheiratet ist und ein in Österreich ausgestelltes, gültiges Schengen Visum hat, die Durchreise durch die Niederlande weiter nach Österreich. Die Beamten vom niederländischen Grenzschutz beschuldigten ihn, mit falschen Papieren zu reisen (sein Foto hätte keine Ähnlichkeit mit ihm). Weiters sei er - wohl aus diesem Grund - eine Gefahr für die Öffentlichkeit.

Noch am selben Tag wurde er ins Amsterdamer Schubgefängnis 'T Nieuwe Lloyd überstellt, und bereits am 2.1.2006 - nicht einmal 30 Stunden nach seiner Ankunft am Amsterdamer Flughafen - wurde er von den niederländischen Behörden nach Lagos abgeschoben. Die Berufungsfrist war noch nicht abgelaufen und die Beamten hattem ihm sein Recht auf einen Anwalt verweigert. Sie waren auch nicht bereit, die Richtigkeit seiner Dokumente mit einer österreichischen Behörde abzuklären.

Auf Interventionen seiner Ehegattin reagierten die niederländischen Behörden unfreundlich und gaben keine genaueren Informationen. Die österreichischen Botschaften in den Niederlanden und in Nigeria fühlten sich nicht zuständig.

Sämtliche Dokumente, wie der gültige Reisepass mit dem gültigen Visum, die Vorteilskarte der ÖBB, die E-Card der Österreichischen Sozialversicherung etc, wurden von den niederländischen Grenzbeamten beschlagnahmt und bis dato weder an ihn noch an eine österreichische Behörde zurückgegeben.

Weder der Abweisungsbescheid noch die spärlichen Angaben der niederländischen Behörden rechtfertigen eine Abschiebung. Alles deutet darauf hin, dass hier Grundrechte gröblichst mißachtet und willkürlicher Amtsmißbrauch betrieben wurde!


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