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SpenderInnen Info 1/2009: Rettet Tabiki

Brief aus der Krise, da die Stadt Wien die Unterstützung für unser wichtiges Projekt, die Beratung für Anerkannte Flüchtlinge, einstellt !!!

Briefe aus der Krise
Vor kurzer Zeit erreichte unser Büro eine Nachricht  der  unliebsamen  Sorte.  Die Stadt Wien hatte sich entschieden Tabiki, unser  Beratungsprojekt  für  anerkannte  Flüchtlinge  und  subsidiär  Schutzberechtigte,  nicht  weiter  zu  unterstützen. Für uns bedeutet dies einen Verlust von 10.000 € pro Jahr. Nachdem die Beratung  von AsylwerberInnen schon seit 2004 nicht mehr fnanziell  unterstützt  wird,  setzt  sich  dieser Trend  nun  auch  im  Bereich  der  Anerkanntenberatung  fort. Wir möchten diese Aussendung daher dem Projekt Tabiki widmen und hoffen dadurch ein wenig zu seiner Rettung beizutragen.

Kleine Insel im Fluss
Das Wort Tabiki stammt aus Surinam und bedeutet ‚Kleine Insel im Fluss‘. Dies war
auch der Grundgedanke, als das Projekt im  Jahr  2005  gegründet  wurde.  Rechtliche und soziale Probleme von Flüchtlingen enden nicht mit der Gewährung von Asyl.  Die  Problemfelder  verändern  sich und erstrecken sich vom Bezug von Sozialleistungen bis hin zu miet- oder arbeitsrechtlichen  Fragen.  Ein  großes Anliegen der Betroffenen war auch das Nachholen der  Familie,  die noch  im Herkunftsstaat
lebte.
Die beratenen Personen wurden oftmals von uns bereits im Asylverfahren begleitet begleitet und es war uns ein Anliegen, die Beziehung aufgrund der Asylgewährung nicht abbrechen zu müssen. Gleichzeitig  wurden  wir  von  diesen  Personen weiterempfohlen. Die Steigerung der Beratungskontakte  zeigt  die Sinnhaftigkeit dieses niederschwelligen Projekts.
Die Arbeit umfasste rechtliche und sozialer Beratung, Begleitung zu Ämtern sowie das Intervenieren bei Behörden und Ergreifen von Rechtsmitteln.

Bequeme Monopolisierung
Die Stadt Wien  förderte das Projekt Tabiki mit einem  jährlichen Betrag von  ca 10.000 €. Bedenkt man, dass damit Kosten  für  Miete,  Telefon,  Kopieren  sowie Aufwandsentschädigung von Mitarbeiter-
Innen  gedeckt wurden,  zeigt  sich,  dass Tabiki stets ein kleines Projekt war.
Nichtsdestotrotz konnten wir durch vielfach ehrenamtliches Engagement qualitativ hochwertige Beratung und Vertretung anbieten.  Erfolge  konnten dabei beim Zusammenführen von Familien oder auch
in gewonnen Mietrechtsverfahren erzielt werden.
Dennoch  wurde  uns  bereits  im  Vorjahr angekündigt,  dass  Tabiki  seitens  der Stadt Wien  nicht  weiter  gefördert  werden könnte. Ein Grund dafür war die Einrichtung einer Beratungsstelle der Stadt
Wien  selbst, die einen ähnlichen Aufgabenkreis hat. Einmal mehr zeigt die Stadt Wien, was bereits seit mehreren  Jahren ihre Vorgangsweise ist. Projektideen von NGOs werden aufgenommen und schließlich für eigene Einrichtungen verwendet. Was politisch unbequem ist, wird aus dem Konzept genommen. Diese Monopolisierung ermöglicht der Stadt Wien vor allem eine bessere Kontrolle  über  die  Beratungseinrichtungen. 
Obwohl Tabiki jährlich als Projekt eingereicht und mit der Stadt Wien penibelst abgerechnet werden musste, waren wir in der inhaltlichen Ausformung unserer Arbeit stets autonom. Wir konnten aus-
schließlich im Auftrag unserer KlientInnen arbeiten ohne gleichzeitig ein Mittel der Kontrolle zu sein.
Dies alles machte uns offensichtlich auch zu einem unbequemen und unberechenbaren Faktor für die Stadt Wien. Im Frühjahr 2009 wurde daher beschlossen, dass wir nicht mehr förderungswürdig seien.

Rettet Tabiki
Die  Streichung  der  Fördermittel  ist  ein schwerer Schlag für das Budget der Deserteurs-  und  Flüchtlingsberatung und könnte sogar das Aus für das Projekt Tabiki bedeuten. Da wir allerdings nicht
gewillt  sind, unsere Arbeit  einzustellen, solange es Menschen gibt, die unsere Hilfe benötigen, müssen wir versuchen, die finanziellen Mittel auf andere Weise zu beschaffen.
Dies ist der Punkt, wo wir Ihre Hilfe benötigen. Spenden sind seit jeher ein unverzichtbarer Teil unserer  Tätigkeit und werden  jetzt  noch notwendiger.  Unterstützung kann durch Geldspenden,  Benefzveranstaltungen und vieles mehr erfolgen. Wie Sie uns helfen möchten bleibt Ihrer Kreativität überlassen.
DANKE


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