Räumung Casa Cantoniera in Oulx, Italien

CALL TO ACTION AND SOLIDARITY | Analyse und Reflektion Räumung Casa Cantoniera in Oulx, Italien

Am Dienstag dem 23. März wurde die Casa Cantoniera in Oulx geräumt, ein wichtiger Anhaltspunkt für Menschen in Bewegung, verwaltet und bewohnt durch Aktivist*innen aus Italien und ganz Europa. Der folgende Text ist in Deutsch, English, Italiano, Francais und Español verfügbar.

Der folgende Text ist der Versuch einiger Menschen, die im besetzten Casa Cantoniera in Oulx aktiv waren, einer Analyse über die Räumung und einer Reflektion über die letzten Jahre unserer Präsenz in diesem Teil der Grenze.

Am frühen Morgen des 23. März räumten die Bullen zusammen mit der Feuerwehr und einigen NGOs das besetzte Casa Cantoniera in Oulx, einem kleinen Ort an der italienisch-französischen Grenze, an dem tausende Menschen in den letzten Jahren die Grenze übertreten haben. Die 13 Genoss*innen, die während der Räumung anwesend waren, sind für die Besetzung des Hauses angeklagt. Die über 60 Menschen in Transit wurden einem erzwungenen Coronatest unterzogen, ihre Identitäten und Fingerabdrücke festgestellt und dann in verschiedene Strukturen transportiert.

Die Art und Weise, wie diese Räumung durchgeführt wurde zeigt einmal mehr die Widersprüche der europäischen Migrationspolitik auf. Die Repression von Bewegungsfreiheit ist nur durch die Komplizenschaft von sogenannten “humanitären” Organisationen möglich. Während die Bullen das sichtbare Gesicht von Repression sind, dienen die humanitären Organisationen als das “freundliche” Gesicht ebendieser (und lassen sich bewusst als diese ausnutzen).

Das Rote Kreuz und die Organisation “Rainbow 4 Africa” stellten die Infrastruktur für den Transport und die unfreiwillige Identifizierung für die über 60 Menschen in Transit, die während der Räumung im Haus anwesend waren, bereit. Sie wurden in verschiedene von der Grenze entfernte Strukturen abtransportiert. Die Feuerwehr unerstützte die Bullen dabei, die Barrikaden aufzubrechen und stellten das Equipment bereit, das den Bullen erlaubte sich über das Dach Zugang zum Haus zu verschaffen. Ohne die Hilfe dieser Organisationen wäre die Räumung des Casa Cantoniera um einiges schwieriger und zeitintensiver (und dadurch für die Öffentlichkeit sichtbarer) gewesen.

Es ist nicht das erste mal, dass das Rote Kreuz mit der Polizei zusammenarbeitet – sowohl in diesem Teil als auch in anderen Teilen der Grenze. Es gab zahlreiche Situationen, in denen Mitarbeiter*innen des Roten Kreuzes (vergeblich) versucht haben Menschen in Transit davon zu überzeugen ihre Reise nicht fortzusetzen anstatt sie mit etwas sinnvollem zu unterstützen oder sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen. Sie waren oft Komplizen in Polizeieinsätzen und halfen dabei Pushbacks durchzuführen. In vielen Fällen nutzte das Rote Kreuz bewusst das Vertrauen von Menschen in ihre Institution aus, während sie offen mit der Polizei zusammenarbeiteten.

Die Organisation “Rainbow 4 Africa” versucht seit langem mit autonomen Zentren zu kollaborieren und hat immer wieder versucht dem Casa Cantoniera ihre Anwesenheit aufzuzwingen. Zur gleichen Zeit unterstützen sie das Abschiebegefängnis in Turin mit medizinischem Personal (in dem die physische Vernachlässigung von Menschen, die dort eingesperrt sind an der Tagesordnung ist) und stellten die medizinische Infrastruktur für die Räumung des Hauses zur Verfügung. Als unser Protest nach der Räumung des Hauses am Schlafsaal der Salesiani (eine katholische „Hilfsorganisation“) in Oulx ankam, um unsere Solidarität gegenüber den Familien, die dort hingebracht wurden, auszudrücken, mussten wir feststellen, dass das Tor der Struktur abgeschlossen war, um die Menschen davon abzuhalten diese zu verlassen. Dies zeigt uns einmal mehr, dass deren Wahrnehmung der Menschen, denen sie ihre “Unterstützung” zukommen lassen, nicht die von gleichwertigen Individuen, sondern die von Objekten ist, deren Bewegungen kontrolliert und beschränkt werden müssen.

Seit über zwei Jahren versuchte das Casa Cantoniera einen Raum zu schaffen, in dem praktische Solidarität und Widerstand gegen die Grenze und die Unterdrückung und Gewalt die mit ihr kommt, gelebt werden können. Ein Ort, der sich weigerte im “Management” von Migration mitzumachen, wo diejenigen, auf deren Rücken unsere Privilegien und unser Reichtum aufgebaut sind, nicht als Objekte, als gefährliche Kriminelle oder als infantilisierte Opfer behandelt werden, sondern als Individuen, die fähig sind eigene Entscheidungen zu treffen.

Die Grenze ist offensichtlich durchlässig für den Transit von Geld, Tourismus und Waren, aber nicht für Menschen, denen das “richtige” Blatt Papier fehlt. Unser Ziel war es nie einen Service bereitzustellen, sondern mit Menschen, die vom System, Kapital und Staat auf verschiedene Weisen unterdrückt werden, einen inklusiven Kampf zu leben.

Viele der Menschen, die das Casa Cantoniera besucht haben, haben aktiv bei der Erledigung der täglichen Aufgaben teilgenommen. Die Tatsache, dass dieses Haus für 828 Tage ohne Pause offen für Menschen war, war nur deshalb möglich, weil wir unser Wissen und unsere Fähigkeiten kollektiv gebündelt haben und so das Mögliche maximieren konnten und dies immer im Bewusstsein und der Anerkennung unsere Unterschiede, Möglichkeiten und Fähigkeiten. Wir haben miteinander unsere Wut und Frustration geteilt, aber auch Momente der Zuneigung und Freude miteinander gelebt. All dies half uns dabei stärker und entschiedener zu werden in unserer Opposition gegen die gewaltvolle Realität dieser Welt.

Im Haus haben wir miteinander Anekdoten, Träume und Kämpfe geteilt und zogen daraus die Kraft, nicht allein zu sein. Manchmal waren diese Momente einfach gemeinsam einen Kaffee am Morgen zu trinken, einen Teller mit etwas lecker Frittiertem während dem Plenum herumzureichen, gemeinsam zu Popmusik von überall auf der Welt zu tanzen während wir eine gemeinsame Mahlzeit vorbereiteten, anderen den letzten Filter, Blättchen oder Tabak anzubieten, um eine dringend notwendige Zigarettenpause machen zu können…

Die Opposition, die geschaffen wurde, drückt nicht nur den Widerspruch gegen die Unterdrückung der Grenze aus – parallel dazu versucht sie eine alternative Realität zu schaffen.

Das Haus war ein Ort, in dem verschiedene Formen der Unterdrückung bekämpft wurden:

Es gab einen selbstorganiserten Garten, denn um Kosumdenken zu überwinden, müssen wir unser Verhältnis zur Natur und Nahrung überdenken.

Es gab einen Raum, der für Frauen* und nicht binäre/genderkonforme Individuen reserviert war, denn die Auflösung des Patriarchat benötigt Anerkennung und Raum für verschiedene Identitäten.

Es gab eine Bibliothek mit Büchern und selbst-veröffentlichten Texten in verschiedenen Sprachen, die von Comics und Romanen bis hin zu Texten über Selbstfürsorge und DIY reichten, denn das Ziel einer radikalen¹ Alternative erfordert konstantes Reflektieren, Selbstkritik und die Erweiterung von Wissen.

Obwohl wir in einigen Fällen materielle Unterstützung von Institutionen und NGOs angenommen haben, haben wir uns nie deren Paradigmen untergeordnet und haben immer versucht, das Haus unabhängig mit der finanziellen und materiellen Unterstützung von Menschen, die unsere Ideen teilen und unterstützen, versorgen zu können.

Offensichtlich ist es in einer Welt in der jede*r von uns Dynamiken von Unterdrückung und Vorurteile verinnerlicht hat, unmöglich nicht auch Fehler zu machen. Viele Menschen, die durch dieses Haus gereist sind, haben schwere Traumata und Verluste erleben müssen. Wir wollen nicht verneinen, dass es im Haus Episoden von Gewalt gab und dass wir in verschiedenen Situationen falsch gehandelt haben. Um jedoch etwas außerhalb der Logik von Profit und Herrschaft zu erschaffen, müssen wir üben und von den Fehlern, die wir in der Vergangenheit begangen haben lernen, selbst, wenn uns dies nicht immer gelingt.

Wir sind angewidert von der Art und Weise, wie diese Vorfälle genutzt wurden und werden um die Idee einer möglichen Alternative zu entkernen, als Beweis dafür missbraucht werden, dass eine andere Welt nicht möglich sei; ironischerweise sind diese Vorfälle von Gewalt oft eine direkte Folge des unterdrückerischen Systems, dass die Nationalstaaten so eifrig aufrechterhalten.

Seit Beginn des Projekts wurden viele Spekulationen und Falschinformationen über dieses Haus verbreitet. Direkt nachdem die Räumung durchgeführt war, wurden Fotos vom Inneren des Hauses geteilt (welches sich offensichtlich nach der Räumung in einem fürchterlichen Zustand befand) mit dem Ziel diese dann zu instrumentalisieren und die Narrative der „dreckigen Hausbesetzer“ zu bestätigen. Wir weigern uns und haben uns in der Vergangenheit geweigert mit Journalist*innen zu sprechen, weil wir nicht entsprechend des gängigen Klischees der „Anarchist*innen und Taugenichtse“ dargestellt werden wollen, das dann wiederum genutzt wird um Profit aus dieser Form des Spektationalismus zu schlagen.

Und nun ist dieser winzige Ort der Selbstbestimmung nicht mehr, dieser Ort, der uns für einen kurzen Moment erlaubte aufzuatmen, nun aufgelöst in eine Welt der barschen Politik und rassistischen Gesetze.

Die Räumung des Casa Cantoniera ist nur ein Teil der globalen Repression gegen Bewegungsfreiheit, Solidaritätsstrukturen und (besetzte) Freiräume im Allgemeinen. Überall in Europa wurden in den letzten Jahren selbstbestimmte, besetzte Projekte geräumt, während gleichzeitig jeder Versuch neue Orte und Kämpfe zu organisieren, sofort mit der vollen Kraft der repressiven Staatsorgane niedergeschlagen wird. Die Militarisierung von Grenzen und die Normalisierung von Pushbacks an den internen und externen Grenzen Europas befeuern nur wachsende rassistischer Sentiments und die Faschisierung der Gesellschaft. Gleichzeitig werden diejenigen bekämpft, die sich weigern dieser Logik zu folgen und sich nicht davon abhalten lassen wollen, Menschen auf der Flucht zu unterstützen.

In Calais wurde Essenverteilung illegalisiert, an vielen anderen Orten werden Menschen davon abgehalten ihre Solidarität als unabhängig und als Individuen auszudrücken und gezwungen sich mit offiziellen Organisationen zu registrieren, in Ungarn ist jede Form von Unterstützung für Menschen auf der Flucht seit Jahren illegal. Ziel ist es auf der einen Seite Umstände zu schaffen, die die Flucht immer schwieriger machen und gleichzeitig eine Politik zu verfolgen, die andere davon abschrecken soll, die Reise nach Europa zu wagen. Auf der anderen Seite soll uns weisgemacht werden, dass Humanität und Unterstützung nur dann möglich sind, wenn sie in staatlich anerkannte Methoden und Kontexte gezwängt werden.

Die Repression von Solidaritätsstrukturen und die Abschottung Europas werden jedoch nicht dazu führen, dass Menschen aufhören werden ihrem Willen und Bedürfnis nach Migration nachzugehen. Migration ist so alt wie die Menschheit und so lange diese Welt eingeteilt ist in diejenigen, die ausgebeutet werden und diejenigen, die von dieser Ausbeutung profitieren; so lange Kriege und Konflikte befeuert werden von der Notwendigkeit des Kapitalismus Mehrwert zu erzeugen und der Notwendigkeit von Nationalstaaten ihre Macht und ihr Einflussgebiet auszubreiten, werden Menschen sich gezwungen sehen sich von einen an einen anderen Ort zu bewegen. Und solange diese Ungleichheit zwischen dem „globalen Süden“ und dem „globalen Norden“ besteht, werden Menschen versuchen nach Europa zu kommen. Und so lange der Reichtum und die Vormacht von Europa auf dieser Ungleichheit aufgebaut ist, haben dessen Nationalstaaten und Institutionen keine andere Möglichkeit zu reagieren als durch die Mittel der Militarisierung und Gewalt.

Die Räumung von und Repression gegen das Casa Cantoniera wird Menschen nicht davon abhalten diesen Teil der Grenze zu überqueren. Es wird lediglich dazu führen, dass sie sich gezwungen sehen mehr Risiken in Kauf zu nehmen, dass Menschen noch verzweifelter werden und dazu, dass Schmuggler die Route übernehmen, um Geld aus dem Leid anderer Menschen zu schlagen.

Sie können uns die Häuser nehmen, sie können uns einsperren, aber sie werden niemals unsere Ideen begraben und sie können die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen, und diese Wahrheit lautet:

Solange die Welt entsprechend der Prinzipien von Herrschaft organisiert ist – die Herrschaft von Mensch über Natur, die Herrschaft von Mensch über Mensch und von einem ökonomischen System bestimmt wird, dass auf der Ausbeutung von Ressourcen und Menschen basiert, können wir nicht frei sein. Wir müssen und wir werden andere Wege finden unseren Widerstand auszudrücken, andere Wege um Räume zu schaffen und für Räume zu kämpfen, in denen wir in Freiheit lernen, schaffen und leben können.

¹ Wir benutzen das Wort „radikal“ in seinem ursprünglichen Sinne und meinen damit, dass wir das Problem an der „Wurzel“ angreifen wollen statt einfach zu reformieren, was wir für fundamental dysfunktional halten.

—————————————————————————————-

ENGLISH:

The following text is an attempt by some of the people that were involved in the occupied Casa Cantoniera to analyse the eviction of our space and reflect on the past years of our presence in this part of the border.

In the early morning of March 23rd, the cops along with firefighters and certain NGOs evicted the occupied Casa Cantoniera in Oulx, a small village at the italian-french border where thousands of people have transitted in recent years. The 13 comrades that were present in the house during the eviction have been accused of occupation, while over 60 people in passage have been forcibly tested for coronavirus, identified, fingerprinted, and then transported to different structures.

The way this eviction has been executed demonstrates once again all the contradictions of the european* migration policy. The repression of free movement is only possible with the complicity of so called «humanitarian» institutions. While the cops are the visible face of state repression, humanitarian organizations are used (and complacently so) as the friendly face of this repression.

The Red Cross and the association «Rainbow 4 Africa» have provided the infrastructure of transport and processing for the over 60 people in passage without consent that were present in the house during the eviction, shipping them off in different directions while backtracking them away from the border. The firefighters assisted the cops with breaking the barricades of the house and enabled them to sneak into the house from the roof windows using their equipment. Without the help of these institutions, the eviction of the Casa Cantoniera would have been much more difficult and time consuming (and, thus, visibile to the public.)

It is not the first time that the Red Cross has collaborated with the police – at this border or in other places. There have been various occasions in which its members were repeatedly present on the border, trying (in vain) to persuade people in passage not to cross instead of providing something useful or allowing them to decide for themselves. They often were accomplices to police intervention, aiding them to carry out pushbacks. On several occasions the Red Cross has consciously exploited people’s trust in their institution while openly collaborating with the police.

The association Rainbow 4 Africa has a long history of trying to collaborate with social centres and have repeatedly tried to force their presence on the Casa Cantoniera, while at the same time supporting the CPR of Torino with medical staff (in which the neglect of the physical well-being of people imprisoned is daily routine) and providing medical infrastructure for the eviction of the house. When the protest on eviction day arrived at the dormitory of the Salesiani in order to bring solidarity to the families that were brought there, we realized that the main gate of the structure has been locked since their arrival, preventing them from exiting. This shows once again that their perception of the people they are directing their “services” to is not one of equal free individuals but of manageable and confinable objects.

For over two years the Casa Cantoniera has attempted to create a space of practical solidarity and resistance against the border and the oppression and violence that comes with it. A space that refused to participate in the «management» of migration, where those on whose backs our privileges and wealth are built are not treated as objects, as dangerous delinquents nor infantilized victims, but as individual subjects that are able to make their own decisions.

The border is evidently permeable to the continuous passage of money, tourism and commerce, but not to people lacking the “adequate” piece of paper. Our aim was never to provide a service to people but to build an inclusive struggle with people that are oppressed by the system of capitalism and state in different ways.

A lot of people who passed by the Casa Cantoniera participated actively in the management of daily tasks. The fact that this house has been open to people without pause for 828 days was only possible because we collectively compiled our knowledge and skills, maximizing possibilities by adapting and appreciating the differences in our capabilities. Sharing through our anger and frustration in common but also passing moments of affection and joy helped us to get stronger and more determined in our opposition against the violent reality of this world.

In the occupied house people have shared their stories, dreams and struggles among each other, finding strength in not being alone. Sometimes these moments consisted of simply sharing a coffee in the morning, passing a platter of something delicious and fried to share during discussions, dancing to pop music from all over the world while preparing a collective meal, four different people offering their last respective filter, paper, tobacco, or lighter for a much needed cigarette…

This opposition that is created, is not merely in contrast to the systemic oppression of the border – parallel to it, it seeks to build an alternative reality.

That house has been a place where we confronted many forms of oppression:

There was a self-organized garden,to rethink our way of relating to food and nature with regards to consumerism.

There was a space reserved for women and non-binary/gender nonconforming individuals, because the system of patriarchy is dismantled in part by validating and giving space.

There was a library with books and self-published texts in various languages, from comic books and novels to self care and DIY, aiming for a radical** alternative which demands constant reflection, self-criticism and expansion of knowledge.

While we have on some occasions accepted material support from institutions and NGOs, we have never subjected ourselves to conform to their paradigms and we have always tried to self-sustain the house with the financial and material support of people that share or support our ideas.

Obviously, in a world that is based on violence and in which all of us have internalized dynamics of oppression and certain stereotypes, it is impossible to not make mistakes. Many people that have passed the house have survived trauma and loss. We don’t want to deny that the house has seen episodes of violence and that we have made mistakes in certain situations, but in order to create something outside of the logic of profit and domination, we have to practice and learn from the mistakes that have been done in the past, although we have not always succeeded in doing so.

We are disgusted by the way these episodes have been used as a way to gut an alternative approach, as if to prove that another world is not possible; in fact it is brutally ironic that these episodes of violence are a direct result of the oppressive systems that the nation states are so keenly upholding.

From the beginning of the project, lots of speculation and misinformation has been spread about this house. Right after the eviction had been carried out, photos of inside the house (which obviously was in a terrible state post bombardment) had been shared, instrumentalizing it in order to confirm their narrative of the « dirty squatters and wrong doers ». We refuse to speak with journalists, because we don’t want to be portrayed according to the stereotyped idea of the « anarchist », instrumentalized for making profit out of spectationalism.

So now this tiny space of autodetermination which gave us the possibility to breathe for a moment submerged in a world of harsh policies and racialized laws, is gone…

The eviction of the Casa Cantoniera is just a part of global repression against freedom of movement, solidarity structures and occupied free spaces in general. All over europe* long existing occupied spaces have been evicted in the last years, while attempts of creating new spaces and struggles are instantly met with the full force of repressive state organs. The militarization of borders and the normalization of push backs at internal and external european* borders only feeds ever growing racist sentiments and the fascization of society. At the same time those who refuse to buy into this logic and continue to support people on the move are continuously being attacked.

In Calais food distribution has been illegalized, in other places people are prevented from practicing their solidarity individually and are being forced to register with an NGO, in hungary* all forms of support for people on the move have been illegalized since years. The aim is on the one hand to create conditions that will make migration as difficult as possible, and act as a deterrent to prevent others from trying to make the journey. On the other hand, it is sending the message that humanity and support is only possible when herded into a state-approved method and context.

However, the repression of solidarity structures and the fortification of borders will not prevent people from exercising their will and need to migrate. Migration is as old as humanity and as long as this world is divided into parts of those that are exploited and those that are profiting from this exploitation- as long as wars and conflicts are fuelled by the need of capitalism to produce profit and the need of nation states to expand their power and influence- people will continue to migrate from one place to another. And as long as this inequality exists between the ‚global south and the global north‘ of the world, people will continue to try to come to europe*. And as long as europe’s* wealth is built on this inequality, its nation states and institutions can’t give another answer to migration than militarization and violence.

The eviction and repression of the Casa Cantoniera will not stop people to pass this part of the border. It will only lead to them being forced to use ever more dangerous routes, to more people desperate, and to the arrival of smugglers that make profit off the misery of other people.

They can take our spaces, they can criminalize and imprison us, but they cannot bury our ideas and they cannot silence the truth, and that truth is this:

As long as the world is organized according to the principle of domination -of nature by humans, or of one kind of human over the other, or of an economic system based on the exploitation of resources and human lives- we cannot be free. We need and we will find other ways of expressing our opposition, of building and fighting for spaces where we can learn, create, live in freedom.

*names of states are left without capital letter on purpose

** we use the word radical in its original sense, meaning that we want to get to the “root” of the problem instead of just reforming what we believe to be fundamentally dysfunctional.

—————————————————————————————————————————–

ITALIANO

Il testo seguente rappresenta un tentativo, da parte di alcune persone che erano coinvolte nella Casa Cantoniera Occupata, di analizzare lo sgombero del nostro spazio e di riflettere sugli ultimi anni della nostra presenza da questo lato del confine.

La mattina presto del 23 marzo, la polizia, insieme a vigili del fuoco e ad alcune ONG, hanno sgomberato la Casa Cantoniera occupata a Oulx. I 13 compagni che erano presenti nella casa durante lo sgombero sono stati accusati di occupazione, mentre oltre 60 persone di passaggio sono state sottoposte a test forzati per il coronavirus, identificate, prese le impronte digitali, e poi trasportate in diverse strutture.

Il modo in cui questo sgombero è stato eseguito dimostra ancora una volta tutte le contraddizioni della politica migratoria europea. La repressione della libera circolazione è possibile solo con la complicità delle istituzioni cosiddette „umanitarie“. Mentre i poliziotti sono il volto visibile della repressione statale, le organizzazioni umanitarie sono usate (e con compiacenza) come il volto amico di questa repressione.

La Croce Rossa e l’associazione „Rainbow 4 Africa“ hanno fornito l’infrastruttura di trasporto e stivamento per le oltre 60 persone di passaggio che erano presenti nella casa durante lo sgombero, spedendole in diverse direzioni e facendole retrocedere dal confine. I vigili del fuoco hanno aiutato i poliziotti a sfondare le barricate della casa e hanno permesso loro di intrufolarsi nella casa dalle finestre del tetto usando le loro attrezzature. Senza l’aiuto di queste istituzioni, lo sgombero della Casa Cantoniera sarebbe stato molto più difficile e lungo (e, quindi, visibile al pubblico).

Non è la prima volta che la Croce Rossa collabora con la polizia – in questa frontiera o in altri luoghi. Ci sono state varie occasioni in cui i suoi membri sono stati ripetutamente presenti sul confine, cercando (invano) di convincere le persone di passaggio a non attraversare invece di fornire qualcosa di utile o permettere loro di decidere da soli. Spesso sono stati complici dell’intervento della polizia, aiutandola a realizzare i respingimenti. In diverse occasioni la Croce Rossa ha consapevolmente sfruttato la fiducia della gente nella sua istituzione mentre collaborava apertamente con la polizia.

L’associazione Rainbow 4 Africa ha una lunga storia di tentativi di collaborazione con i centri sociali e hanno più volte cercato di forzare la loro presenza sulla Casa Cantoniera. Allo stesso tempo sostengono il CPR di Torino con personale medico e hanno fornito infrastrutture mediche per lo sgombero della casa. Quando la protesta il giorno dello sfratto è arrivata al dormitorio dei Salesiani per portare solidarietà alle famiglie che vi erano state portate, ci siamo accorti che il cancello principale della struttura è stato chiuso a chiave fin dal loro arrivo, impedendo loro di uscire. Questo dimostra ancora una volta che la loro percezione delle persone a cui rivolgono i loro „servizi“ non è quella di individui liberi e uguali, ma di oggetti gestibili e confinabili.

Per più di due anni la Casa Cantoniera ha cercato di creare uno spazio di solidarietà concreta e di resistenza contro la frontiera, l’oppressione e la violenza che ne derivano. Uno spazio che rifiutava di partecipare alla „gestione“ della migrazione, dove coloro sulle cui spalle si costruiscono i nostri privilegi e le nostre ricchezze non venivano trattati come oggetti, come pericolosi delinquenti o vittime infantilizzate, ma come soggetti individuali in grado di prendere le proprie decisioni. La frontiera è evidentemente permeabile al continuo passaggio di denaro, turismo e commercio, ma non alle persone prive del pezzo di carta „corretto“. Il nostro obiettivo non è mai stato quello di fornire un servizio alla gente, ma di costruire una lotta inclusiva con persone che sono oppresse dal sistema capitalista e dello stato, in diversi modi.

Molte persone che sono passate per la Casa Cantoniera hanno partecipato attivamente alla gestione dei compiti quotidiani. Il fatto che questa casa sia stata aperta alla gente senza pause per 828 giorni è stato possibile solo perché abbiamo raccolto collettivamente le nostre conoscenze e competenze, massimizzando le nostre possibilità, adattandoci e valorizzando le differenze nelle nostre capacità. Condividendo la rabbia e la frustrazione in comune, ma anche passare momenti di affetto e di gioia, ci ha aiutato a diventare più forti e determinati nella nostra opposizione alla realtà violenta di questo mondo.

Nella casa occupata le persone hanno condiviso le loro storie, i loro sogni e le loro lotte tra di loro, trovando forza nel non essere soli. A volte questi momenti consistevano semplicemente nel condividere un caffè al mattino, nel passarsi un piatto di qualcosa di delizioso e fritto da condividere durante le discussioni, nel ballare musica pop da tutto il mondo mentre si preparava un pasto collettivo, o il collettivizzare con quattro persone diverse l’ultima cartina, filtro, ciuffo di tabacco o accendino per una sigaretta tanto necessaria…

Questa opposizione che si crea, non è semplicemente in contrasto con l’oppressione sistemica della frontiera – parallelamente ad essa, cerca di costruire una realtà alternativa. Questa casa è stata un luogo dove ci siamo confrontati molte forme di oppressione:

C’era un orto auto-organizzato, per ripensare il nostro modo di rapportarci al cibo e alla natura rispetto al consumismo.

C’era uno spazio riservato alle donne e agli individui non-binari/non conformi al genere, perché il sistema del patriarcato si smantella in parte, valorizzando e dando spazio.

C’era una biblioteca con libri e testi auto-pubblicati in varie lingue, dai fumetti e romanzi alla auto-cura e al DIY, puntando su un’alternativa radicale* che richiede una costante riflessione, autocritica ed espansione della conoscenza.

Pur avendo, in alcune occasioni, abbiamo accettato l’appoggio materiale di istituzioni e ONG, non ci siamo mai sottomessi per conformarci ai loro paradigmi e abbiamo sempre cercato di auto-sostenere la casa con l’appoggio finanziario e materiale di persone che condividono o sostengono le nostre idee.

Ovviamente, in un mondo che si basa sulla violenza e in cui tutti noi abbiamo interiorizzato dinamiche di oppressione e certi stereotipi, è impossibile non commettere certi errori. Molte persone che sono passate per la casa sono sopravvissute a traumi e perdite, alcune delle quali non hanno mai avuto il privilegio di vivere senza paura e oppressione.

Non vogliamo negare che la casa ha visto episodi di violenza e che abbiamo commesso errori in certe situazioni, ma per creare qualcosa al di fuori della logica del profitto e del dominio, dobbiamo mettere in pratica ed imparare dagli errori che sono stati fatti in passato, anche se non sempre ci riusciamo. Siamo disgustati dal modo in cui questi episodi sono stati strumentalizzati per sventrare un approccio alternativo, usati per dimostrare che effettivamente un altro mondo non è possibile; in realtà è brutalmente ironico che questi episodi di violenza siano un risultato diretto dei sistemi oppressivi che gli stati nazionali sostengono con tanta vemenza.

Dall’inizio del progetto, molte speculazioni e disinformazioni sono state diffuse su questa casa. Subito dopo l’esecuzione dello sgombero, erano state condivise foto dell’interno della casa (che era in uno stato terribile, come logicamente sono tutte le case dopo gli sgomberi), strumentalizzandole per confermare la loro narrazione degli „sporchi abusivi e malfattori“. Ci rifiutiamo di parlare con i giornalisti, perché non vogliamo essere ritratti secondo l’immagine stereotipata „dell’anarchico“ e strumentalizzati per alimentare lo spettacolo.

Così ora questo piccolo spazio di autodeterminazione che ci aveva dato la possibilità di respirare per un momento, pur sempre sommersi da un mondo di politiche dure e leggi razziali, è scomparso.

Lo sfratto della Casa Cantoniera è solo una parte della repressione globale contro la libertà di movimento, le strutture di solidarietà e gli spazi liberati ed occupati in generale. In tutta Europa negli ultimi anni, spazi occupati da tempo sono stati sfrattati, mentre i tentativi di creare nuovi spazi e nuove lotte vengono immediatamente accolti con tutta la forza degli organi statali repressivi. La militarizzazione delle frontiere e la normalizzazione dei respingimenti alle frontiere interne ed esterne dell’Europa, non fa che alimentare sentimenti razzisti sempre maggiori e la fascistizzazione della società. Allo stesso tempo, coloro che si rifiutano di credere in questa logica e continuano a sostenere le persone in movimento sono continuamente colpiti.

A Calais la distribuzione di cibo è stata illegalizzata, in altri luoghi, alle persone viene impedito di praticare la loro solidarietà individualmente e sono costrette a registrarsi presso una ONG. In Ungheria tutte le forme di sostegno alle persone in movimento sono state illegalizzate da anni.

L’obiettivo è da un lato quello di creare le condizioni che rendano la migrazione il più difficile possibile, e che agiscano da deterrente per impedire ad altri di tentare il viaggio. Dall’altro lato, si sta mandando il messaggio che l’umanità e il sostegno sono possibili solo quando sono raccolti in un contesto e una metodologia approvata dallo stato.

Tuttavia, la repressione delle strutture di solidarietà e la fortificazione delle frontiere non impediranno alle persone di esercitare la loro volontà e necessità di migrare. La migrazione è ovecchia come l’umanità, e finché questo mondo sarà parcellizzato in spazi di coloro che sono sfruttati e coloro che traggono profitto da questo sfruttamento – finché le guerre e i conflitti saranno alimentati dal bisogno del capitalismo di produrre profitto e dal bisogno degli stati nazionali di espandere il loro potere e la loro influenza – le persone continueranno a migrare da un luogo all’altro. E finché esisterà questa disuguaglianza tra il „sud globale e il nord globale“ del mondo, la gente continuerà a cercare di venire in Europa.

Lo sgombero e la repressione della Casa Cantoniera non impediranno alle persone di passare questa parte della frontiera. Li porterà solo ad essere costretti ad usare percorsi sempre più pericolosi, e per le persone più disperate, e all’utilizzo di passatori che traggono profitto dalla miseria delle persone.

Possono prendere i nostri spazi, possono criminalizzarci e imprigionarci, ma non possono seppellire le nostre idee e non possono mettere a tacere la verità, e questa verità è questa:

Finché il mondo sarà organizzato secondo il principio della dominazione – della natura da parte dell’uomo, o di un tipo di uomo sull’altro, o di un sistema economico basato sullo sfruttamento delle risorse e delle vite umane – non potremo essere liberi. Abbiamo bisogno e troveremo, altri modi di esprimere la nostra opposizione, di costruire e lottare per spazi dove possiamo imparare, creare, vivere in libertà.

* usiamo la parola radicale nel suo senso originale, nel senso che vogliamo arrivare alla „radice“ del problema invece di limitarci a riformare ciò che crediamo essere fondamentalmente disfunzionale

—————————————————————————————————————————

FRANCAIS

Le texte qui suit est une tentative, par quelques personnes impliquées dans l’occupation de la Casa Cantoniera, d’analyser l’expulsion de notre espace, et de poser une réflexion sur notre présence à cet endroit de la frontière.

Le 23 Mars à l’aube, la police, accompagnée par des associations et les pompiers a expulse la Casa Cantoniera à Oulx, un petit village à la frontière franco-italienne où des milliers de personnes ont transité les dernières années.. Les 13 camarades present.esdans la maison pendant l’expulsion ont été accusé.esd’occupation illégale, pendant que les plus de 60 personnes de passage ont été tésté.es de force au coronavirus, identifié.eset transporté.esdans différentes structures.

La façon dont l’expulsion s’est passée nous démontre, encore une fois, toutes les contradictions de la politique migratoire européenne. La répression d’un mouvement libre n’est possible que grâce à la complicité d’institutions dites « humanitaires ». Bien que la police soit la face visible de la répression, les organisations humanitaires sont partie prenante (et s’en complaisent) de la face acceptable de la dite répression.

La Croix Rouge ou l’association « Rainbow 4 Africa » ont fourni , et imposé, des infrastructures de transport et d’ « assistance » médicale pour les plus de 60 personnes présentes lors de l’expulsion, les expédiant dans différentes directions, les ramenant loin de la frontière. Les pompiers ont assisté la police dans la destruction des barricades, et facilité leur accès au toit grâce à leurs équipements. Sans l’aide de ces institutions, l’expulsion de la Casa Cantoniera aurait été quasiment impossible, ou du moins bien plus compliquée.

Ce n’est pas la première fois que la Croix Rouge collabore avec la police à cet endroit de passage ou ailleurs. Il y a eu de nombreuses situations ou ses membres étaient constamment présent.es à la frontière, essayant, (en vain) de persuader des gens de ne pas la passer sans se soucier de leur libre arbitre, se faisant complices des interventions policières, s’y substituant pour déporter celleux à qui l’on refusait l’entrée en france. A plusieurs reprises, la Croix Rouge a consciemment profité de la confiance envers leur institution en collaborant ouvertement avec la bleusaille.

L’association « Rainbow 4 Africa » a une longue histoire de velléité de collaboration avec des centres sociaux et a toujours tenté d’imposer sa présence à la Casa Cantoniera, supportant dans le même temps le CPR (NdT : CRA) de Turin avec du personnel de « soin » (ou la négligence du bien être humain est quotidienne) et fournissant des infrastructures médicales pour l’expulsion de la maison. Quand la manifestation sauvage, le jour de l’expulsion, est arrivée à l’accueil de nuit des Saleziani afin d’exprimer notre solidarité avec les familles déportées là, nous nous sommes rendu compte que la porte principale en était close depuis leur arrivée, les privant de leur liberté. Cela montre, une fois de plus, que les personnes qu’iels disent aider ne sont pas vues comme des individus libres et égaux mais comme des objets que l’on peut gérer … ou confiner.

Durant plus de deux ans, la Casa Cantoniera s’est voulue un espace de solidarité active et de résistance contre la frontière, l’oppression et la violence qui lui sont inhérentes. Un espace qui refusait de participer au “management” de la migration, où celleux sur qui l’on a construit notre richesse et nos privilèges ne sont pas traité.escomme des objets qui soient ou dangereux, ou victimes infantilisées, mais comme des individus capables d’auto-détermination. De fait, la frontière est bien entendu perméable au passage continu de l’argent, du tourisme et du commerce, mais pas à celui des personnes à qui il manque les « bons » papiers.

Notre but n’a jamais été de fournir un service à ces personnes, mais plutôt de créer une lutte inclusive par celleux qui sont oppréssé.espar les systèmes capitaliste et étatique. Beaucoup de gens passé.espar la Casa Cantoniera ont participé activement à la gestion des taches quotidiennes. Le fait que cette maison ait été occupée sans interruption pendant 828 jours a été possible uniquement grâce à la mobilisation de nos connaissances et compétences, en prenant en compte nos différences, possibilités et privilèges. Partager notre rage et notre frustration, mais aussi passer des moments de liesse et d’amitié mutuelle nous a renduplus fort.esquant à notre opposition à la violente réalité de ce monde.

Dans la maison occupée, on a partagé des histoires, des rêves, des luttes, ensemble, en puisant la force dans le fait de ne plus être isolé.es. Parfois, ces moments se résumaient simplement à partager un café corretto le matin, faire tourner des plats délicieusement huileux pendant une tchatche, danser sur de la pop de l’autre bout du monde en préparant une bouffe collective, ou mettre en commun une dernière feuille, filtre pour rouler une cigarette bien méritée.

Cette opposition n’est pas uniquement dirigée contre le système des frontières, elle essaie aussi de construire une réalité alternative. La maison était un endroit où l’on a tenté de déconstruire d’autres formes d’oppression::

Il y a eu un potager autogéré, parce qu’en tentant de surpasser la logique monétaire et consumériste, on se doit de repenser notre relation à la bouffe et la nature.

Il y eu un espace réservé aux femmes, aux personnes non binaires ou ne se reconnaissant pas dans des stéréotypes de genre, parce que la lutte contre les oppressions ne peut se faire sans lutte contre le patriarcat.

Il y a eu une bibliothèque pleine de livres et de brochures dans différentes langues, des BD aux romans, de l’autogestion des soins au DIY, parce que poursuivre une alternative radicale* demande une réflexion permanente, une auto critique et une recherche de la connaissance.

Bien que nous ayons à certains moments accepté l’aide matérielle de quelque institution ou ONG, nous ne nous sommes jamais assujetti.esau conformisme de leurs paradigmes et avons toujours recherché l’autosuffisance de la maison via le soutien matériel et financier des personnes soutenant nos idées.

Évidemment, dans un monde où la violence est omniprésente et où chacun.e de nous a internalisé des dynamiques d’oppression et certains stéréotypes, il est impossible de ne pas faire d’erreurs. Beaucoup de gens ayant passé par la maison ont survécu à pertes et traumatismes, certain.esn’ayant jamais eu le privilège de vivre à l’abri de la peur et des oppressions.

Nous ne nierons pas que la maison a connu des épisodes de violence, et que nous avons commis des erreurs dans certaines situations, mais dans le but de créer quelque chose qui existe en dehors de logiques de profit et de domination, nous nous devons d’expérimenter et apprendre des dites erreurs du passé, bien que nous n’y soyons pas toujours parvenus.

Nous sommes écœuré.espar l’instrumentalisation de ces épisodes, comme preuves qu’un autre monde ne serait pas possible, quand, ironique brutalité, ils sont la conséquence directe des systèmes oppressifs que l’état nation soutient sans sourciller.

Depuis les prémices du projet, spéculations et rumeurs pullulent sur la maison. Juste après l’expulsion, des photos de la maison, évidemment dans un sale état (une expulsion c’est pas joli …) ont été partagées, appuyant la narration des « squatteur.euses dégueulasses et des mafaiteur.ices» .On refuse de parler aux gratte papiers, parce qu’on ne veut pas être caricaturé.esselon le stéréotype de l’ « anarchiste » au profit d’un sensationnalisme dépassé.

Maintenant, ce petit espace d’autodétermination, qui nous a donné un temps la possibilité de respirer dans un monde de politiques répressives et de lois racistes , n’est plus.

L’expulsion de la Casa Cantoniera est partie prenante d’une répression plus globale contre la liberté de circuler, les structures de solidarité et les espaces occupés en général. Partout en europe** des occupations établies sur le long terme ont été expulsées les dernières années, pendant que des tentatives de créer des nouveaux espaces et de nouvelles luttes ont immédiatement fait face à la toute puissance des organes étatiques de répression. La militarisation et la normalisation des déportations aux frontières internes comme externes de l’europe ne font que nourrir les sentiments racistes et la fascisation de la société. Dans le même temps, celleux qui refusent de se conformer à cette logique et continuent de soutenir les personnes sur la route se retrouvent de plus en plus criminalisé.es.

A Calais, les cantines solidaires sont réprimées par la loi, ailleurs on empêche des personnes d’exprimer leur soutien individuel et on les force à adhérer à des ONG . En hongrie toute forme d’aide est officiellement interdite depuis des années. L’objectif, d’un côté, est de créer des conditions migratoires les plus difficiles possible, et de dissuader des populations d’entamer le voyage. De l’autre côté, on envoie le message que le soutien humain n’est possible que sous le contrôle de l’état.

Néanmoins, la répression des structures de solidarité et la fortification des frontières n’empêchera pas des personnes d’assouvir leur envie et leur besoin de migrer. La migration est vieille comme le monde, et depuis que le dit monde est divisé entre les exploité.eset celleux qui profitent de cette exploitation, depuis que les guerres et conflits sont nourries par le besoin du capitalisme de produire du profit et celui de l’état nation d’étendre leur pouvoir et leur influence, des personnes continueront de migrer d’un endroit à l’autre. Aussi longtemps que perdurera l’inégalité entre deux pôles de ce monde, des personnes continueront de converger vers l’europe. Aussi longtemps que les richesses de l’europe seront construites sur cette inégalité, l’etat nation et ses institutions ne pourront donner une autre réponse à la migration que la militarisation et la violence.

L’expulsion et la répression envers la Casa Cantoniera n’empêcheront pas ces personnes de traverser ici. Elles les entraîneront seulement sur des routes plus dangereuses, amenant ainsi leur lot de mort.eset de désespoir, et ouvriront la porte à plus de passeurs, qui font leur blé sur la misère humaine.

Ils peuvent prendre nos espaces, nous criminaliser, nous emprisonner, mais ils n’enterreront pas nos idées et ne tairont pas la vérité.

La vérité, c’est que tant que le monde tourne grâce à la domination d’un.e être humain.e sur un.e autre ou sur la nature, ou grâce à un système économique basé sur l’exploitation des ressources et de l’humain, nous ne pourrons être libres. Nous trouverons d’autres moyens d’exprimer notre opposition, de nous battre et de créer des espaces ou nous pouvons vivre, apprendre, et créer, librement : Hurriya !

* on utilise ici le mot radical dans son sens originel, qui implique que l’on cherche la « racine » du problème plutôt que d’en corriger les conséquences

**les noms d’états sont laissés sans majuscule consciemment

—————————————————————————————————————————–

ESPAÑOL

El siguiente texto representa un intento, por parte de algunas personas que estuvieron involucradas en la Casa Ocupada Cantoniera , de analizar la desocupación de nuestro espacio y reflexionar sobre los últimos años de nuestra presencia en este lado de la frontera.

Temprano en la mañana del 23 de marzo, la policía, junto con bomberos y algunas ONG, desalojaron la Casa Ocupada Cantoniera en Oulx. Los 13 compañeros que estuvieron presentes en la casa durante el desalojo fueron acusados ​​de ocupación, mientras que más de 60 personas que estaban de paso fueron sometidas a pruebas forzadas para el coronavirus, identificadas, les tomaron sus huellas digitales y luego, fueron transportadas a diferentes instalaciones.

La forma en que se llevó a cabo este deshaucio demuestra una vez más todas las contradicciones de la política migratoria europea. La represión de la libre circulación sólo es posible con la complicidad de las llamadas instituciones „humanitarias“. Si bien los policías son el rostro visible de la represión estatal, las organizaciones humanitarias se utilizan (y con complacencia) como el rostro amistoso de esta represión.

La Cruz Roja y la asociación „Rainbow 4 Africa“ ​​proporcionaron la infraestructura de transporte y estiba para las más de 60 personas que estaban de paso en la casa durante el desalojo, enviándolas en diferentes direcciones y haciéndolas regresar de la frontera. Los bomberos ayudaron a los policías a atravesar las barricadas de la casa y les permitieron meterse en la casa por las ventanas del techo usando su equipo. Sin la ayuda de estas instituciones, el desalojo de la Casa Cantoniera habría sido mucho más difícil y prolongado (y, por tanto, visible para el público).

No es la primera vez que la Cruz Roja colabora con la policía, en esta frontera o en otros lugares. Ha habido varias ocasiones en las que sus miembros han estado repetidamente presentes en la frontera, tratando (en vano) de persuadir a las personas en tránsito de que no cruzaran en lugar de brindarles algo útil o dejarles decidir por sí mismos. A menudo han sido cómplices de la intervención policial, ayudándola a realizar las expulsiones. En varias ocasiones, la Cruz Roja ha apoyado conscientemente la confianza de las personas en su institución trabajando en estrecha colaboración con las fuerzas del orden.

La asociación Rainbow 4 Africa tiene una larga historia de intentos de colaboración con los centros sociales y ha intentado repetidamente forzar su presencia en la Casa Cantoniera. Al mismo tiempo, apoyó al CPR de Turín con personal médico y proporcionó la infraestructura médica para la evacuación de la casa. Cuando las protestas del día del desalojo llegaron al dormitorio de los salesianos para demostrar solidaridad a las familias que habían sido llevadas allí, nos dimos cuenta de que la puerta principal de la estructura estaba cerrada con llave desde su llegada, lo que les impedía salir. Esto demuestra una vez más que su percepción de las personas a las que dirigen sus „servicios“ no es la de individuos libres e iguales, sino de objetos manejables y confinables.

Durante más de dos años la Casa Cantoniera ha tratado de crear un espacio de solidaridad y resistencia concretas contra la frontera, la opresión y la violencia que de ella se deriva. Un espacio que se negó a participar en la „gestión“ de la migración, donde personas sobre cuyos hombros se construyen nuestros privilegios y riquezas no fueron tratadas como objetos, como delincuentes peligrosos o víctimas infantilizadas, sino como sujetos individuales capaces de tomar sus propias decisiones. La frontera es obviamente accesible para el paso continuo de dinero, turismo y comercio, pero no para personas que no traen el papel „correcto“. Nuestro objetivo nunca ha sido brindar un servicio a la gente, sino construir una lucha inclusiva con las personas oprimidas por el sistema capitalista y el estado, de diferentes formas.

Muchas personas que han pasado por la Casa Cantoniera han participado activamente en la gestión de las tareas diarias. El hecho de que esta casa estuvo abierta a la gente sin parar durante 828 días solo fue posible porque reunimos colectivamente nuestros conocimientos y habilidades, maximizando nuestras posibilidades, adaptando y valorando las diferencias en nuestras capacidades. Compartimos la ira y la frustración en común, pero también tuvimos momentos de afecto y alegría, y esto nos ayudó a ser más fuertes y más decididxs en nuestra oposición a la realidad violenta de este mundo.

En la casa ocupada, las personas compartieron sus historias, sueños y luchas entre sí, encontrando la fuerza en no estar solos. En ocasiones estos momentos consistían en simplemente compartir un café por la mañana, pasar un plato de algo delicioso y frito para compartir en discusiones, bailar al ritmo de la música pop de todo el mundo mientras se preparaba una comida colectiva, o colectivizar con cuatro personas el último papel, filtro, tabaco o mechero para un cigarrillo muy necesario …

Esta oposición que se crea no contrasta simplemente con la opresión sistémica de la frontera, sino que, paralela a ella, intenta construir una realidad alternativa. Esta casa fue un lugar donde enfrentamos muchas formas de opresión.

Había un jardín auto-organizado, para repensar nuestra forma de relacionarnos con la comida y la naturaleza con respecto al consumismo.

Había un espacio reservado para las mujeres y las personas no binarias / no conformes al género, porque el sistema patriarcal está parcialmente desmantelado, valorizando y dando espacio.

Había una biblioteca con libros y textos auto-editados en varios idiomas, desde cómics y novelas hasta autocuidado y bricolaje, con el objetivo de una alternativa radical* que requiere una constante reflexión, autocrítica y expansión del conocimiento.

Si bien en algunas ocasiones hemos aceptado el apoyo material de instituciones y ONG, nunca nos hemos sometido a conformarnos con sus paradigmas y siempre hemos tratado de autoabastecer el hogar con el apoyo financiero y material de personas que comparten o apoyan nuestras ideas.

Evidentemente, en un mundo que se basa en la violencia y donde todxs tenemos interiorizadas dinámicas de opresión y ciertos estereotipos, es imposible no cometer ciertos errores. Muchas personas que han pasado por la casa han sobrevivido al trauma y la pérdida, algunas de las cuales nunca han tenido el privilegio de vivir sin miedo y sin opresión. No queremos negar que la casa ha vivido episodios de violencia y que hemos cometido errores en determinadas situaciones, pero para crear algo fuera de la lógica del lucro y la dominación, debemos practicar y aprender de los errores que se han cometido en el pasado, incluso si no siempre lo logramos. Nos disgusta la forma en que estos episodios han sido explotados para destripar un enfoque alternativo, utilizado para mostrar que otro mundo en realidad no es posible; en realidad, es brutalmente irónico que estos episodios de violencia sean el resultado directo de los sistemas opresivos que los estados nacionales apoyan con tanta vehemencia.

Desde el inicio del proyecto, se ha difundido mucha especulación y desinformación sobre esta casa. Inmediatamente después de que se llevó a cabo el desalojo se compartieron fotos del interior de la casa (que se encontraba en pésimo estado, ya que lógicamente todas las casas están así después de los desalojos), utilizándolas para confirmar su narración de los „sucios okupas y delincuentes“. Nos negamos a hablar con los periodistas, porque no queremos que nos retraten de acuerdo con la imagen estereotipada del „anarquista“ y que nos utilicen para alimentar el espectáculo.

Así que ahora este pequeño espacio de autodeterminación que nos dio la oportunidad de respirar por un momento, mientras todavía estábamos sumergidos en un mundo de duras políticas y leyes raciales, ha desaparecido.

El desahucio de la Casa Cantoniera es solo una parte de la represión global contra la libertad de circulación, las estructuras de solidaridad y los espacios liberados y ocupados en general. En toda Europa en los últimos años, los espacios ocupados durante mucho tiempo han sido desalojados, mientras que los intentos de crear nuevos espacios y nuevas luchas se encuentran de inmediato con toda la fuerza de los órganos estatales represivos. La militarización de las fronteras y la normalización de los rechazos en las fronteras internas y externas de Europa solo alimentan sentimientos racistas cada vez mayores y el fascismo de la sociedad. Al mismo tiempo, quienes se niegan a creer en esta lógica y continúan apoyando a las personas en movimiento se ven continuamente afectados.

En Calais, la distribución de alimentos ha sido ilegalizada, en otros lugares, a las personas se les impide practicar su solidaridad individualmente y se les obliga a registrarse en una ONG. En Hungría, todas las formas de apoyo a las personas en movimiento han sido ilegales durante años.

En Calais, la distribución de alimentos ha sido ilegalizada, en otros lugares, a las personas se les impide practicar su solidaridad individualmente y se les obliga a registrarse en una ONG. En Hungría, todas las formas de apoyo a las personas en movimiento han sido ilegalizadas durante años.

Por un lado, el objetivo es crear condiciones que dificulten al máximo la migración y que actúen como disuasivo para evitar que otros intenten realizar el viaje. Por otro lado, se está enviando el mensaje de que la humanidad y el apoyo solo son posibles cuando se recopilan en un contexto y una metodología aprobados por el estado.

Sin embargo, la represión de las estructuras de solidaridad y el fortalecimiento de las fronteras no impedirá que las personas ejerzan su voluntad y necesidad de migrar. La migración es tan antigua como la humanidad, y mientras este mundo esté dividido en espacios de aquellos que son explotados y aquellos que se benefician de esta explotación, siempre que las guerras y los conflictos sean alimentados por la necesidad del capitalismo de obtener ganancias y por la necesidad de estados – nacionales para expandir su poder e influencia – la gente seguirá migrando de un lugar a otro. Y mientras exista esta desigualdad entre el „sur global y el norte global“ del mundo, la gente seguirá intentando venir a Europa.

El desalojo y represión de la Casa Cantoniera no impedirá que la gente cruce esta parte de la frontera. Solo los llevará a verse obligados a utilizar rutas cada vez más peligrosas, y para las personas más desesperadas, y a utilizar contrabandistas que se benefician de la miseria de la gente.

Pueden tomar nuestros espacios, pueden criminalizarnos y encarcelarnos, pero no pueden enterrar nuestras ideas y no pueden silenciar la verdad, y la verdad es esta: mientras el mundo esté organizado según el principio de dominación – de la naturaleza del hombre, de un tipo de hombre sobre otro, o de un sistema económico basado en la explotación de recursos y vidas humanas, no podremos ser libres. Necesitamos y encontraremos otras formas de expresar nuestra oposición, de construir y luchar por espacios donde podamos aprender, crear y vivir en libertad.

*Usamos la palabra radical en su sentido original, en el sentido de que queremos llegar a la „raíz“ del problema en lugar de simplemente reformar lo que creemos que es fundamentalmente disfuncional.